Kunrad 241 Januar 2026 20 jähriges Jubiläum, Gemeinschaft, Kaulitz-Brüder un Fastnacht

Kunrad 241

Gude, die Herrschafte,

was immer 2026 auch bringe mag, für mich is es e Jubiläumsjahr. Die erst Ausgabe vom Kunrad konnte Sie nämlich im Januar 2006 lese, somit muss sich mancher eingestehe, schon exakt 20 Jahr mit meinen Abhandlungen konfrontiert zu sein.

Noch doller: Im Oktober diese Jahres erscheint, so Gott un de Rhein-Main Verlag will, de 250. Kunrad-Artikel. „En Haufe Holz“, wie selbst mancher forstwirtschaftlich nicht Bewanderte zugebe muss. Dass des tatsächlich stimmt, könne Sie im Netz unner „dekunrad.de“ üwerprüfe.

Die Begeisterung zu diese Veröffentlichunge hielt sich erwartungsgemäß in Grenze. Es höchste Lob, dass mer in unserem südhessische Rödermark erhalte kann, wurde wie folgt formuliert: „Manchmal les isch den Mist ganz gern!“ Nichtsdestotrotz gibt es auch Leut, die mir erzählt habbe, dass Sie die Kunrad-Abhandlunge bis ins befreundete Ausland, also nach Mainz, schicke. Viele Grüße nach Rheinhessen! Natürlich sin so Jubiläen auch Anlass sich zu bedanke, awer das heb isch mir für die Ausgabe 250 uff, sonst nerve die Wiederholunge.

Sie werde misch in diesem Zusammehang frache, was sich eigentlich in dene ganze Jahrn geännert hat. Des was mich am meiste umtreibt, wie isch es hier schon mehrfach angesproche hab, is die zunehmende Individualisierung un es Zerstörn jeglicher Gemeinschaft. Da habbe mir himmelschreiende Lärmschutzvorschrifte, die jegliche gemeinschaftliche Aktivitäte gefährde un selbst für kleinste Feste un Veranstaltunge gelte, awer nit für Flugzeuge un Autos. Da habbe mir durch diese ganze Streaming-Dienste immer weniger gemeinsame Gesprächsstoff, da ja jeder anner Mussigg hört un annern Filme guckt. Da sitze die Leut im Zug un es herrscht bis auf wichtige Ansage, wie die, dass de „Train in Ober-Roden terminates“, eisige Stille, weil alle nur uff ihr Handy gucke. Das is für jede Gemeinschaft, jede Gemeinde, jeden Staat pures Gift!

Gott sei Dank werd nun awer alles bestimmt anners un ganz Deutschland sitzt demnächst vorm Fernseher, wenn die Kaulitz-Brüder „Wetten dass?“ üwernemme. Sie wolle sogar ihrn Senf aus Hollywood-Podcast ab sofort aus Deutschland sende. Wahrscheinlich is de erste Stargast im Fernsehn sogar die Klum Heidi, die wettet, dass Sie mehr als ein Gesicht mache kann. Un mer derf vielleicht rate, wie viel Tattoos un Piercings die Brüder habbe. Hoffentlich werde dann nit alle Stelle gezeigt, wo die dergleiche angebracht habbe. Mer derf gespannt sei! Isch sach Ihne, isch kann vor Uffreschung nachts kaum noch die Auge zu mache. Wenn isch nit grad schlaf, natürlich.

Awer, un das is wichtisch, wir habbe ganz bestimmt Gemeinschaft an unserne Fastnacht! Deshalb meine Bitte: Gehe Sie zu Sitzunge, Maskebäll, Kappeabende Umzüge un was es sonst noch so alles gibt. Feiern Sie miteinnanner un lasse Sie den ganze Mist, der sich in unserne Welt so abspielt, emal auße vor. Un wenn auch die politische Ansichte unnerschiedlich sin, glaube Sie mir, egal wo mir herkomme un wie mir aussehe, am End sin mir doch all die gleiche Deppe. Hellau!

Meine Verehrung

Ihne Ihrn Kunrad

Kunrad im Internet: dekunrad.de odder Facebook.com/dekunrad

Tachebuch 10.02.2026 (Valentin odder was?)

Gude , die Herrschafte,

isch hab grad einer mir vorliegende Werbung entnomme, dass am Fastnachtssamstag nit nur Valentinstag, sondern auch Welt-Mettbrötchen-Tag is.

Nun is mir bekannt, dass viele große Probleme habbe, an dem Tag mit dem Valentin es passende Geschenk für ihre Lieben zu finde. Isch würd sage: Probiern Sie´s doch emal mit em Mettbrötsche. Da schlage Sie quasi zwei Fliege mit einer Klappe!

Lasse Se misch awer bei Gelegenheit wisse, wie´s ankomme is, insbesondere ob Ihne der Mettweck an de Kopp odder sonst wohin geworfe wurd.

Meine Verehrung 

Ihne Ihrn Kunrad

Kunrad 240 Dezember 2025 Schulde, Bußgeld, neue Plätz un Wünsche

 

Kunrad 240

Gude, die Herrschafte,

so ein Artikel in de Weihnachtszeit sollt ja eigentlich fröhlich stimme un gute Laune verbreite. Isch muss awer erst emal uff wenig erfreuliche Dinge eingehe.

So wurd letzt Woch bekannt gegebe, dass de Haushalt 2026 unserer Stadt mit einem Minus von 13,8 Millione Euro endet. Des sin die Schulde, die mir mache müsse. Bei 30.000 Einwohnern ergibt des für jeden von uns einen Betrag von € 460.-, also ach fer die Kinner. Wahrscheinlich kommt demnächst en Sparkommissar, der dann alles streicht, was zu streiche geht. Awer der hat gar kei Zeit für uns, weil er in viele Nachbargemeinde ja auch anrücke muss. Da passt des schöne Rätsel: „Kennst du en Satz mit Album? Ja, mei Geld is all – bum!“

De nächste Brocke, der mir im Hals steckt, sin die andauernde Verkehrskontrolle mit massig Bußgeldverfahre, die unser Stradt meint, durchführn zu müsse. Isch könnt e paar Seite schreibe über all die Dinge, die mir berichtet worde sin. Die Leut werde zunehmend stinksauer. Sollt mer mal drüber nachdenke, zu was das führn kann. Isch hoff nur, dass unser im Dauerstress stehende Ortspolizei nit auch noch an de Feiertage mit blitzende Weihnachtsgrüße für dann eher getrübte Stimmung sorgt. Ein kleiner Tipp von mir: Fahrn Sie am Ortsausgang von Oweroure Richtung Rollwald nit mehr als 30. Da sin nämlich seit neuestem Straßeschäde, die so gravierend sin, dass isch die selbst in der alt Schüssel, die ich fahr, nit merke. Un da muss der Verkehrssicherheit zuliebe geblitzt werde. Irgendwie muss die Stadt ja zu Geld komme.

So, des hammer hinner uns. Komme mer zu Erfreulichem. Zwei neue schöne Plätz in Oweroure. Wird sich auch kein Orwischer drüber ärgern, weil dort is ja auch am Enteweiher un Richtung Messel manches verschönert worde. Jetzt warn halt mal die Oweräirer dran. Zunächst gibt’s jetzt in de Frankfurter Straß ein feine Platz mit einer Pieta. Im Zuge der Bauarbeite wurde dort auch ein Loch entdeckt. Was könnt des gewese sei? Ein Brunne! Den hat mer gleich auch widder hergestellt. Gut, dass kein Sparkommissar in de Näh war.

Un dann wurd am erste Advent ein neuer kleiner Park hinner St. Nazarius eingeweiht. Hierüber wurde an dieser Stelle ja schon Bericht erstattet. Mer werd im Sommer feststelle könne, wie des geworde is.

Ob solches in Zukunft noch möglich sein wird, werde mer auch sehe. Isch ahne da… Awer mir wolle ja jetzt eher in freudige Stimmung gerate. Deshalb versetze mir uns in die warm Stubb, mit em gute Getränk in Griffweite un einer Schale von Plätzjer im Blick. Mir danke höheren Mächten, dass es uns immer noch besser geht als vielen annern Mensche in unserne verrückt Welt. Mir freue uns, dass mir auch an die gedacht un was gespendet habbe, sofern noch Geld in de Kass war. Un mit dieser Stimmung entlasse isch Sie aus meinen erbaulichen Ausführungen, nicht jedoch ohne Ihne eine frohe, bußgeldfreie, schöne Weihnacht un ein gutes neues, schuldenfreies Jahr zu wünsche. Bleibe Sie so, wie Sie werde wolle!

Meine Verehrung

Ihne Ihrn Kunrad

Kunrad 239 November 2025 REWE-Markt, 30 Sorte Joghurt un Weihnachtsmärkte

Kunrad 239

Gude, die Herrschafte,

die in de letzt Zeit im Mittelpunkt stehende Frache war ja die, ob mir in Rödermark en große REWE-Markt brauche. Die Stadtverordnete habbe de Weg frei gemacht, die Fa. Schmoll e Stück Grund an die Stadt zurückveräußert un ach de REWE hat grünes Licht signalisiert.

Mir bekomme also am Tor zu Bauruine, Oweräirer Friedhof un Nell-Breuning-Schul bald ein große REWE-Markt. Mer kann ja streite wie mer will, awer besser aussehe als bisher wird des bestimmt.

Eine Dame hat awer im Rahmen eines Leserbriefs darauf hingewiese, dass sie gar nit wüßt, wieso mer üwerhaupt en größere Markt benötige würde, der alte wär doch gut genug. Da dät mer alles finne, un sie bräucht keine dreißig Sorte Joghurt. Des is natürlich e Argument. Gut, bei mir schwächelt die Nachfrage nach Joghurt e bißje, um ehrlich zu sein, tendiert sie gege Null. Un wenn mich einer frache dät, welcher Joghurt mir am beste schmeckt, da würd isch mit meiner Antwort „Wieso? Gitt´s da mehr als eine Sorte?“ sicher nit de Vorsitz im Joghurt-Fan-Club „Weiße Pampe“ angebote bekomme. Isch mein, isch hätt vor längerer Zeit gehört, dass es auch linksdrehende un rechtsdrehende Joghurt gäb, für die ganz Üwerkandidelte wahrscheinlich auch ein dorschdrehende. Awer des sin Berichte, die in ganz entlegene Kammern meines Gehirnkastens unner „Erledigt, kann fort!“ abgelegt werde. Neumodisch gesacht, sin des Informatione, die de Rand meines Computer-Papierkorbs üwerschritte habbe.. Kurz un gut, de neie REWE werd sich mit seim Joghurt-Angebot an mir die Zähn ausbeiße!

Allerdings is zu berücksichtige, dass de alte REWE-Markt gegeüwer vom Friedhof in ein Getränke-Center umgebaut werde soll. Da habbe misch die REWE-Leut widder eingefange. Meine Meinung hierzu lautet ja bekanntlich: Getränke-Märkte kann mer nie zu viel habbe!

Die Friedhofsnähe is awer keine ganz glückliche Ortswahl, weil dann womöglich die durstige Geister von dahingeschiedene Zecher nachts die Getränkemarktflure entlang schleiche könnte. Letzten Endes gibt’s ein Für un ein Wider, un jetzt is es halt e beschlossen Sach, also nemme mir es, wie´s kimmt.

Im Übrige is ja die Trauerzeit im November vorbei, so dass mer uns jetzt de Advents- un Weihnachtsmärkte un dergleichen widme könne. Wahrscheinlich hätt de REWE-Getränke-Shop etliche Glühweine un Bockbiere im Angebot, so dass er misch zu einem Bummel durch die Regale einlade würd, awer des muss halt noch e Jahr warte. Wichtig is dabei, dass an de Märkte in Oweroure un Orwisch an de zwei erste Adventswochenende eine breite Palette an Speise un Getränke uff uns wart´. Isch will jetzt nit zu viel verrate, awer isch werd dort zugege sein, so sicher wie es Amen im Weihnachtsgottesdienst. Wie hat ein englischer Künstler so rischtisch ausgeführt: „I love German Weihnachtsmarkt with it´s cheap red wine!“ Mehr gibt’s dadezu eigentlich nit zu sage.

Meine Verehrung

Ihne Ihrn Kunrad

Kunrad im Internet: dekunrad.de odder Facebook.com/dekunrad

Tachebuch 06.01.2026 (Wünsche un alte Kunrad)

Gude, die Herrschafte,

erst emal e gutes neues Jahr 2026. Isch will dabei gar nit uff die neue Aktione vom Trump eigehe, des macht ja nur schlechte Laune.

Nein, isch will misch entschuldige, dass ich mim Kunrad November so spät bin. Awer isch hatt mit de Weihnachte alle Händ voll zu tun. Lierer un Anmerkunge un, un, un. Egal, jetzt is er do un de Dezember-Kunrad folgt in Kürze.

Meine Verehrung

Ihne Ihrn Kunrad

Tachebuch 17.12.2025 (Glühweinstand)

Gude, die Herrschafte,

wie schon angedroht, gibt´s e Video vom Köhler nameens „Glühweinstand“. Unner Lierer odder gleich hier drunner odder bei Facebook drüwer. Musst nur uff de Titel drücke, dann läuft es. Bei Facebook müsst es gleich gehe.

De Köhler hat gesacht, des hätt er schnell geschriwwe un gar nit gemerkt, dass es in Hochdeutsch is. Un dann hätt er´s halt gelasse. Was sin dann des für Bosse! Awer mit mir kann mer´s ja mache. Hör mer uff!

Meine Verehrung

Ihne Ihrn Kunrad

 

Tachebuch 16.12.2025 (E ganz besonner Zeit)

Gude, die Herrschafte,

e neu Weihnachtslied vom Köhler .Es heißt „E ganz besonner Zeit“. Gleich e Warnung an die Handyfreunde: Es dauert üwer dreieinhalb Minute. Also nix fer Tiktok-Nutzer.

Uff Facebook kann mer die Musikdatei wie üblich nit hochlade, da gibt´s widder de Link uff die Webseite.

Vielleicht klappt´s noch mit em Video von em annern Lied. Mer werd sehe.

Meine Verehrung

Ihne Ihrn Kunrad

Tachebuch 11.12.2025 (Krise)

Gude, die Herrschafte,

könne Sie des auch nit mehr hörn? Ständig üwerall nur des Wort „Krise“. Krisegipfel, Nahost-Krise, Ukraine-Krise un, un , un…

Awer, dass des Wort jetzt schon im private Bereich ufftaucht, is doch des Guten zu viel. Heut Mittach hat nämlich mei Fraa gesacht: „Wenn koaner die Gripp kriet, isch krise!“

Nit auszuhalte!

Meine Verehrung

Ihne Ihrn Kunrad