Kunrad 122 Februar 16 Fastnacht, 5 Sterne un Kommunalwahl

Kunrad 122

Gude, die Herrschafte,

was ein Wetter hatte mir an de heilig Fastnacht. Während die Oweräirer am Samstag glaube durfte, sie wärn direkt im Frühjahr gelandet, hatte die Orwischer Sturm un Dauerrege. Des Wetter war so schlimm, dass sogar die übliche Utzereie aus Oweroure ausgebliebe sind. Trotzdem is der Zug gelaufe, und zwar im wahrsten Sinne des Wortes, weil ja Wage zum größte Teil verbote warn. Es ist zum Glück alles gut gegange, widder im wahrsten Sinne des Wortes. Nächst Jahr wird´s in Orwisch widder besser. Is allerdings auch kein großes Kunststück!

Wir alle könne uns awer damit tröste, dass Rödermark von de IHK mit einem Fünf-Sterne-Logo geadelt worde is. Wir wärn eine beispielhafte Kommune, weil wir grandiose Orientierungshilfe biete und dadurch eine Wohlfühl-Atmosphäre schaffe würde. Naja, die sollte mich mal nachts aus de Wertschaft komme sehe, da könnt isch manchmal Orientierungshilfe gebrauche, awer die lasse dich allein nach Haus irre. Bei all dem muss mer awer bedenke, dass diese Lobeshymne ausgerechnet von dem Herrn komme is, der im letzte Jahr die „Vorzeigekommune“ aufgrund der Steuererhöhunge bei Grund- und Gewerbesteuer so scharf angegriffe hat, dass mer Angst kriege konnt, dass sich keine Firma mehr freiwillig hier ansiedele würd.

Was will uns dies jetzt sagen? Dass der Spruch „Was geb isch uff meu schlächt Geschwätz von gestern“ nach wie vor fröhliche Urstände feiert. Un isch sachs Ihne ganz offe: Uff des Geschwätz von dem Herrn geb isch auch nix!

Vielleicht is das ja awer auch schon widder so eine Kommunalwahl-Aktion gewese. Da könne mir ja einiges erwarte bis endlich am 6. 3. gewählt wird. Jetzt kam Kritik, weil sich Kandidate einer Partei als Feuerwehrleut habbe fotografiern lasse. Wär wirklich eine Sauerei gewese, wenn se nit bei de Feuerwehr gewese wärn. Warn sie awer! Weshalb isch das Ganze nit versteh. Is doch gut, wenn mer weiß, wofür die einzelne Kandidate stehe. Interessiert mich schon, ob die Kandidatin odder der Kandidat beim MTV, beim Kolping odder im Kerbverein is. Noch größeres Interesse hätt isch allerdings daran, zu erfahrn, wo un wann die odder der im Fall, dass sie odder er gewählt würd, einen ausgibt. Da wär isch üwer Parteigrenze hinweg zur Stelle und tät mich im Vertraue aufs Wahlgeheimnis jeweils als glühender Unterstützer präsentiern. Bitte rümpfe Sie darüber nit die Nase, das is nix anneres als lokaler Lobbyismus, nur mal annerst herum.

Wie dem auch sei, gehe Se zur Wahl, es gibt da en Haufe Leut in alle Parteie zu wähle un die freue sich üwer jed Stimm.

Meine Verehrung

Ihne Ihrn Kunrad

Kunrad 121 Januar 16 10 Jahre Jubiläum un Jet-Tankstell

Kunrad 121

Gude, die Herrschafte,

Sie werde es genauso wenig glaube wie ich, aber vor 10 Jahrn, am 19. 1. 2006, is de erste Kunrad in diesem Blatt erschiene. Jess, was e lang Zeit, 10 Jahr habbe Sie es mit mir schon ausgehalte!

Isch muss in diesem Zusammenhang einmal inne halte und ein paar ernstere Sache loswerde.

Zurückblickend gibt es einige Persone, dene ich deshalb zum Dank verpflichtet bin, weil sie mich mit Informatione und Anregunge versorgt habbe, die oft ihren Niederschlag in den diversen Beiträgen gefunde habbe. Vielen Dank Euch, ihr wisst, dass ihr gemeint seid!

Dann gibt es natürlich auch einige, die sich über den ein oder anderen „Kunrad“ uffgeregt habbe, wobei isch meist nit kapiert hab, wieso. In einige Fälle konnt isch auch mit solche Leut rede und feststelle, dass sie nicht unrecht hatte. Oft wird awer in den „Kunrad“ mehr hineingelese als tatsächlich drinsteht. Mir wurd einmal vorgeworfe, dass isch quasi aus geheime Quelle zitiert hätt, von denen mir aber gar nichts bekannt war.

Wenig Zurückhaltung übe isch gemeinhin mit de Politik, die meiste wolle sogar erwähnt werde. Nun gibt es awer durchaus die ein oder annere Person, die etwas dünnhäutiger is und sich womöglich durch gewisse Formulierunge verletzt gefühlt hat. Wenn dies geschehe is, so bedauere isch das sehr, weil mir genau solche Leut in de Ortspolitik brauche. Lautsprecher habbe mir genug. Laßt Euch von meinem Quatsch also nit beirre, es is nit so gemeint! Wer sich so lang wie isch mit de Politik im Ort beschäftigt hat, weiß, dass mer vor dene viele Ehrenamtliche, die hier in de Parteie und Gruppe unermüdlich werkele, nur seinen Hut ziehen kann. Falls mer einen hat, natürlich!

Vielen Dank auch an de Verlag, der mir immer de Rücke freigehalte und mich unterstützt hat.

Jetzt awer genug mit dem langweilige Kram! Im Zentrum der Diskussion steht ja derzeit vielmehr de Fahrbahnteiler an de Jet-Tankstell vom Rödermarkring. Riesige Plastikteile, die verhinnern solle, dass Deppe falsch abbiege, habbe jetzt dazu geführt, dass annern, meist Geradeaus-Fahrer, da druff gedonnert sin. Mer könnt jetzt sage, dass mer die Dinger doch unmöglich übersehe kann, denkbar is awer auch, dass solche Gerätschafte so ungewöhnlich sin, dass der normal sterbliche, unkonzentrierte Autofahrer völlig überfordert is. Vielleicht hat auch einer gesacht: „Jess wie schee, die fahr isch kaputt!“ Mer waases nit! Isch bleib dabei, dass es einfachste is, die Ein- bzw. Ausfahrt zum Rödermarkring zu schließe, vorher gibt´s da kei Ruh.

Ruh gibt´s bei uns die nächst Zeit awer sowieso nit, die Fastnacht kommt kurz, awer gewaltig. Gehe Sie unner die Leut und habbe Sie ihrn Spaß, vielleicht sehe mer uns.

Meine Verehrung

Ihne Ihrn Kunrad