Tachebuch 31.10.2021 Teil 2 (Halloween)

Gude, die Herrschafte,

isch muss mich noch emal melde. Heut is ja Halloween! Auch so ein Kram, den kein Mensch braucht. Awer, wenn mer mitmacht, dann bitte richtig.

Da kursiert awer jetzt im Internet ein Brief an die Nachbarn. Da bitte die Eltern, dann, wenn ihre „kleine Halloweengeister“ klingele, gewisse Regeln einzuhalte. Es heißt da: „Also bitte keine Süßigkeiten, sondern Gesundes wie Trauben, Paprika-, Gurken- oder Kohlrabisticks oder ein paar Nüsse bereit halten.“ Vor zwei Jahrn hätte sie, die besorgte Eltern, nämlich tütenweise ungesunde Kram entsorgen müsse. Zum Schluß wird noch en „gruselige Abend“ gewünscht.

Gut, den hab isch, wenn isch so en Brief lese. Vielen Dank! Un was solle die Kinner rufe? Nit mehr „Süßes oder Saures!“, sondern „Veganes oder Saures!“? Un was mache die Kinner, wenn sie Bonbons kriege? Zurückwerfe? Nachbarn als die Gesundheit schädigende Verbrecher beschimpfe? Odder was ? Mer waases nit!

Uff de anner Seite, wenn mer de Kinner tatsächlich Gemüsesticks unner die Nas reibe würd, da hätt der Spuk womöglich schnell sein End gefunne. Also das Kind, das wege e paar Gurkescheibe durch die Nacht zieht, des hätt isch gern emal gesehe.

Isch hab awer zugegebenermaße einige Angst, dass mir die Halloweengeister im Nachgang zum Karottestick die Hauswand vollmale, wahrscheinlich mit dem Spruch: „Hier wohnt ein Vollidiot!“

Korz un gut, des mit dem Gemüs is mir zu heikel. Es beste is, isch bin nit daheim un setz mich in die Wertschaft. Ja, so mach ich´s. Prost!

Meine Verehrung

Ihne Ihrn Kunrad

P.S.: Isch hab recherchiert, ob dieser Brief nit e Erfindung is. Mir wisse ja, was im Internet für ein Blödsinn kursiert. Gut, es steht in einem Nachrichtemagazin mit fünf Buchstabe. Heißt somit grad gar nix! Also, wenn´s erstunke un erloge war, könne Sie das obig Ausgeführte, am beste mit de übrig gebliebene Gurkescheibe, nachhaltig entsorge.

 

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