Kunrad 16 April 07 wumboR

Kunrad 16  

Gude, die Herrschafte,

kenne Sie eigentlich schon de „wumboR“? Wen? De „wumboR“ halt! Das is nämlich die Symbolfigur für´s Rödermark-Festival 07. Wie soll mer jetzt den „wumboR“ beschreiwe?

Also er ist quasi ein roter Appel in Herzform mit Schnawwel un große Auge un dafür dünne Beincher un Ärmcher. Letztere sind ganz buntisch, als hätt der „wumboR“ lauter Freundschaftsbändcher wie de Wolfgang Petry um Arm un Bein gebunde.

Also, isch weiß ja nit, ob der „wumboR“ so ein Knaller is. Erst hab isch gedacht, des wär e Werbefigur von de Krankekass, damit mer zur Herzvorsorge geht, odder so. Aber der is quasi Kunst. Nun habb isch ja  von Kunst üwerhaupt keine Ahnung, um nicht zu wenig zu sage, aber ein rote Appel mit Schnawwel?  Hätts nicht en Stallhas auch getan! Weje mir ach en blaue!

Jetzt soll der „wumboR“ auch so ein bißje für die Kelteräppel auf de Streuobstwiese stehe. Die sin aber eher grün bis gelb mit schwarze Punkte. Politisch gesehe hätte diese Farbe ja derzeit eher zu Rödermark gepasst. Vielleicht hat ja die SPD ihr Finger mit im Spiel, so rot wie der „wumboR“ is!

Allerdings muss mer den Künstlern, die den „wumboR“ kreiert habbe, zugute halte, dass die Namensgebung politisch interessant ist. Die Einzelbuchstabe stehe nämlich für Waldacker, Urberach, Messenhausen, Bulau, Ober-Roden und am Schluß, deshalb groß geschriebe, für Rödermark. Das bedeutet natürlich, dass die einzelne Stadtteile sich selbst als erste sehe und erst ganz am Schluß Rödermark kommt. Das ist ebenso provokant wie wahr!

Es könnt aber auch Krach gebbe, weil Waldacker ganz vorne, oder noch diffiziler, Urberach vor Ober-Roden is. Da sollt mer vielleicht stadtteilspezifische Lösunge suche. So könnt der „wumboR“ in Urberach vielleicht „Umborw“, in Ober-Rode hingege „Owburm“ un in Messehause „Morwub“ heiße. Noch besser wär, Orwisch un Oweroure beide mit „O“ zu schreibe, dann gäb´s bei einem „Oombrw“ de wenigste Zirkus.

Na ja, mer wird sehe, isch bin jedenfalls gespannt, was er alles so anstellt, de „wumboR“!

Meine Verehrung

Ihne Ihrn Kunrad

Kunrad 15 März 07 Drei Kreuze bei de Wiederwahl

Kunrad 15

Gude, die Herrschafte,

habbe Sie des auch gelese mit dene 3 Kreuze? Bei der ersten Wiederwahl vom Sturm Alexander zum wiederholte 1. Stadtrat habbe doch tatsächlich 3 Parlamentarier auf ihrm Stimmzettel noch ein zusätzliches Kreuz gemacht un das hatte einen Riesenzirkus zur Folge. Die grüne AL´ler meinte, das wär ein Zeichen der 3 FDP´ler gewese, dass sie richtig gewählt hätte. Die SPD sah die Demokratie gefährdet un forderte die 3 Zusatzkreuzler auf, es Mandat niederzulege un, un, un…

Naja, vielleicht wollte die 3 Stadtverordnete nur ausdrücke, dass se 3 Kreuzer mache, wenn der Sturm Alexander wiedergewählt wird. Womöglich wolltes auch die 3 ganz besonders gut mache un habbe sich gesacht: „Doppelt gemoppelt hält besser!“ Nix genaues weiß mer jedenfalls nit! Auch die CDU/FDP-Koalition konnt verständlicherweise nix mitteile, weil die Wahl halt geheim war un die Zusatzkreuzler leider den Stimmzettel nicht unnerschriebe habbe, naja zuzutraue gewese wär´s dene 3 schon! Dann hat sogar der Hessische Städte- und Gemeindebund die Sachlage geprüft un wußt auch nit weiter. Sowas hatte die vorher noch nie gehatt. Die Prüfung der Rechtslage ergab ein „Mer wisses auch nit, wählt halt noch emal!“

Deshalb wurd de Sturm Alexander schon wieder wiedergewählt, dass Ruh is.

Natürlich is es schon ein Trauerspiel, wenn 3 Stadtverordnete nit wisse, wie mer wählt, aber isch weiß ganz offe gestande nicht, was der ganze Hokuspokus sollt. Der Sturm Alexander wär auch ohne die 3 Stimme mit einer Stimme Vorsprung gewählt worde, so dass mer sich sellemals schon die vermaledeite Stimmzettel in 3 Kreuzer hätt stecke könne. Noch doller is dadebei, dass ja auch die SPD/AL-Opposition schon vor de erst Wahl gesacht hat, dass der Sturm Alexander eigentlich en gute Mann wär. Wenn dem aber so is, leucht mir nicht ein, was der ganze Trubel sollt. Wahrscheinlich handelt es sich bei dem Brimborium seitens der Opposition um die hohe Kunst der Politik, was Normalsterbliche ja oft schlichtweg als Blödsinn empfinde.

Naja, das is ja jetzt vorbei, so dass mer in aller Ruh die Ostereier anpinsele könne. Wär manchem Ortspolitiker auch zu rate, das beruhigt ungemein!

Meine Verehrung

Ihne Ihrn Kunrad

Kunrad 14 Februar 07 Einwohnerrückgang

Kunrad 14

Gude, die Herrschafte,

saache Sie mal, habbe Sie des auch gelese, dass Rödermark ständig weiter schrumpft. Am 31.12.06 hatte mir exakt 80, in Worten achtzig, Einwohner weniger als das Jahr zuvor. Jetzt frag isch Sie: Wie soll des weitergehe?

Stelle Sie sich einmal vor, dass mir bei dem Rückgang in genau 350,3375 Jahrn ausgestorbe sind, da gibt’s kei Kerb un kei Fastnacht mehr. Schon in 349 Jahrn wär´n nur noch 80 Unentwegte beim Rathaussturm oderm Orwischer Rosemontagszug. Des werde ein paar schön öde Veranstaltunge, wenn mir uns nicht alle am Rieme reiße! Hier muss das Ruder herumgerisse werde.

Erstens sind alle Junge angesproche, grad jetzt an de Fastnacht für eine Geburtesteigerung zu sorge. Wenn ihr euch jetzt ranhaltet, könnte mir am Jahresende schon hunderte Kinner zusätzlich zu verbuche habbe. Auch wenn die Vereine das jetzt nicht so gerne hörn, halt´ euch mit dem Alkohol zurück, sonst wird´s nix!

Zweitens müsse mir Ältere sehe, dass mir unserer Nachwelt noch recht lang erhalte bleibe. Wenn also de Gevatter Tod meint, bei uns anklopfe zu müsse, da werde mir ihm seine Sense ruckzuck zerbreche, da kann er schneide, wo er will, awer nicht bei uns. Von Krankheite will isch in Zukunft auch nix mehr hörn. „Über Krankheite red mer nit, Krankheite hat mer!“ oder so.

Drittens müsse alle Rödermärker bis zum 31.3. mindestens 3 Kilo abgenomme habbe, mit Ausnahme von de Derrabbelische, also den schon jetzt Schlanken. Und ein Waldlauf wöchentlich odder wenigstens Gymnastik sollte auch auf dem Programm stehe. Manch einer könnt sich ja auch mal widder bewege, schad doch nix!

Wenn mir also alle der Verantwortung, die auf uns last´ gerecht werde, dann sieht die Stadt Rödermark einer strahlenden Zukunft entgege. Paß uff Frankfurt, mir komme!

Meine Verehrung

Ihne Ihrn Kunrad

Kunrad 13 Januar 07 Neijohr, Vorsätz un Vorausschau

Kunrad 13

Gude, die Herrschafte,

„Kein Jahr ist eines andern Bruder“ soll ein Sprichwort laute, odder so ähnlich. Na ja, isch weiß nicht so recht, ob das zutreffend ist. Mir kommt des neue Jahr irgendwie bekannt vor, ei, isch möcht grad rufe: „Du alt Neijohr!“ Politiker erzähle wie immer, dass alles besser würd, die Arbeit im neue Jahr is grad so nervig wie im alte un die Kinner gehe genauso gern in die Schul wie sonst auch.

Un dann die ganze Vorsätz! Mei Frau will widder mindestens 5 Kilo abnehme, was am Ende des Jahres meist 3 Kilo mehr ergibt. Isch hingege nehm mir vor, deutlich weniger Bier zu trinke…wie des ausgeht, brauch isch Ihne gar nit erst zu saache! Allerding wolle unser Rödermärker Parteie widder enger zusamme arbeite, zumindest beim Haushalt, was mir doch sehr vernünftig erscheint. Da kann isch nur „Bravo“ rufe. Wolle mir hoffe, dass des lang gut geht!

Ach ja, es steht was Besonderes an im Jahr 2007. So gibt es im Sommer das große Festival in der grünen Mitte. Nein, das ist kein Fest vom Alternative Zentrum, das ist tatsächlich im Grüne zwische Orwisch un Oweroure! Da bin isch ja mal gespannt, ob da das Wetter mitspielt. Weil, wenn dann de Petrus nicht seine WM-Laune vom letzte Jahr hat, kann das ganz schön ins Wasser falle, das mittige Fest! Dann möchte isch nur wisse, wer für das in diesem Fall zwangsläufig auftretende Minus aufkomme muss. Isch könnt´s Ihne jetzt schon saache…, awer mir erwarte erst mal es Beste, weil mer ein neues Jahr positiv beginnen muss. Un deshalb ruf ich Ihne un mir selbst laut zu: „Lasst uns froh und munter sein!“, „Kaufe mir wie die Wilde trotz höherer Mehrwertsteuer!“, „Feiern mir WM auch ohne Fußball!“ und „Auf geht´s, Rödermark!“ Wär doch gelacht, wenn mir gemeinsam kein prima Jahr hinkriege würde.

Meine Verehrung

Ihne Ihrn Kunrad

Kunrad 12 Dezember 06 Weihnacht un St. Martin

Kunrad 12 

 

Gude, die Herrschafte,

jetzt kommt die Weihnacht schnurstracks auf uns zu. Des Frühlingswetter, dass mir gehabt habbe, is mir awer dermaße auf de Seier gegange; da stehst du aufm Weihnachtsmarkt un würdst gern ein Glühwoi trinke, awer es geht nicht, zum Tannebäum ausreiße! Zum Glück gibt´s ja noch Bockbier, sonst wär mei Weihnachtsstimmung total dahin.

Da fällt mir ein, habbe Sie auch von dene Sache in Offebach gehört, da wurd ja St. Martin gefeiert ohne St. Martin, un alle Texte von de Lieder wurde von jedem christliche Bezug gesäubert. Na, da hört sich doch alles uff, hab isch zunächst gedacht. Dann hab isch mir awer vorgestellt, was mir da üwerhaupt feiern. Habbe Sie schon jemals en Bettler mit einem halbe Mantel durch die Gejend spaziern sehe. Oder kenne Sie irgendjemand, der für en arme Mensch sein Mantel verschneide würd? Also isch nit! Mache mir uns kein vor, wenn´s den St. Martin heut gäb, würde mir den anschaue, als ob er se nicht all an de Rassel hätt. Unser ganz Gesellschaft is doch völlig St.-Martins-los. Awer de Kinner vorgaukele, mir wärn alle selbstlose Bettlerunterstützer, das würde mir schon gern! Nur was nützt das schönste Fest, wenn´s nur gefeiert un nicht gelebt wird. Von daher weiß isch nit, ob mir dene Offebächer Kinnergärtnerinne oder nicht vielleicht besser uns selbst Vorwürf mache sollte. Isch kann ja leider auch nix abgebe, sonst könnt isch  nicht mehr so oft in die Wertschaft, was bei mir eine gewisse Lebensgefahr auslöse könnt. Un so geht´s ja viele.

Ähnlich is das auch mit der Geschichte in Orwisch. Da habbe ja die Schulkinner nicht für de Allerheilige-Gottesdienst frei gekriegt, wenn se nicht einen Schrieb der Eltern vorgelegt habbe. Da kann mer sich auch aufrege, wenn mer weiß, wege was für eim Mist die Schul sonst ausfällt. Allerdings is des natürlich auch widder so e Sach. Isch hab da meine Zweifel, ob es üwerhaupt ein Kind gibt, das noch weiß, was da gefeiert wird. Un wenn mer morjends die erst Stund für die Kerch freigibt, da liegt doch de Großteil von de Kinner länger im Nest, un die, die in die Kerch müsse, maule rum. Gibt´s da eigentlich noch ein Religionsunterricht? Wenn ja, dann nimmt mer des Fest durch un gibt die Entschuldigungszettel dene in die Hand, die auch in die Kerch wolle. Un Ruh is, odder?

Wenn dann immer widder die Red davon is, dass unser christlich Kultur verlorn gehe tät, da kann isch nur sage, wenn mir selbst se lebe, geht se ach nicht de Bach erunner. Isch hab mir deshalb fest vorgenomme, doch ein paar Mark, …also martinsmäßig, wenn Sie verstehe. Un außerdem geh isch an Weihnachte in die Kerch. Da is ja jetzt neues Personal da un die Räumlichkeite solle sich in de letzte zwanzig Jahr auch enorm verändert habbe. Vielleicht sehe mer uns ja.

In diesem Sinne, frohes Fest, un komme Sie mir gut ins neue Jahr!

Meine Verehrung,

Ihne Ihrn Kunrad

Kunrad 11 November 06 Marathon un Ehrenamt

Kunrad 11 

 

Gude, die Herrschafte,

saache Se mal, war´n Sie auch beim Frankfurter Stadtmarathon zugang. Also, ganz offe un ehrlich gesacht, für mich is das nix. 40 Kilometer un mehr renne die durch die Pampa un sind dann 6 Woche außer Atem. Un dafür musste se auch noch monatelang tagtäglich trainiern. Ja, habbe die Läuferinne un Läufer nix zu schaffe, dass die soviel Zeit verrenne könne.

Gut es war´n e paar von de Stadtverwaltung debei. Un von de Grüne,  die sin ja durch den Joschka quasi amtlich verdorbe. Un dass die nix zu treibe habbe, dass weiß mer ja auch.

Awer die viele Privatleut. Gut, isch geb ja zu, dass so ein Marathonlauf zu bestehe, schon eine Leistung is, isch könnt da nur Marathon-Couchliege entgegehalte. Awer wenn dann manche davon spreche, dass für sie der Reiz ist, an die eigene Grenze un darüber hinaus zu gehe, da hab isch dann doch meine Bedenke. Wenn isch beispielsweise hochachtungsvoll in de Wertschaft sitze un mir dann noch 10 Pure bestelle würd, um an meine Grenze zu gehe, da würd mir mei Fraa, wenn isch heimgefalle käm, ganz schnell die Grenze aufzeige.

Deshalb berührt mich da so unangenehm, dass die Teilnehmer von so einem Marathonlauf derart gefeiert werde. Mache mir uns nix vor, dass mache die alles für sich, da hat kein Mensch was davon. Also eine Leistung für die Gemeinschaft is das nit. Da wird ein Riesenbohei gemacht, weil einer 40 Kilometer für sich durch de Wald stürzt, un für die Leut, die wirklich was mache, da interessiert sich doch kein Mensch. Wann isch nur an die Ehrenamtliche in de Sport-, Musik- und sonstige Vereine, Verbände un wege mir auch in de Parteie denke, sowie die Leut, die pflege, die Kerch butze un so weiter, dann erscheine mir die Gewichte ungleich verteilt. Da stehn keine 100.000 un klatsche, die müsse sehe, wo se bleiwe.

Dass mir uns nit falsch verstehe, die Marathonleit solle ihrn Sport nur weiter mache, awer vielleicht sollte mir all uns bei dene, die vieles selbstlos mache, öfters bedanke un unsere Wertschätzung zum Ausdruck bringe. Weil wann die wie so e paar bekloppte Deppe angesehe wern, macht´s vielleicht bald gar keiner mehr, un dann „Gut Nacht, Sannsche!“

Also wolle mer hoffe, dass die viele, die so e Gemeinwese braucht, nicht eines Tages allesamt mit übergestreifte Sportschuh im Wald verschwinde.

Meine Verehrung,

Ihne Ihrn Kunrad

Kunrad 10 Oktober 06 Herbst un Geschenke vom Bürgermeister

Kunrad 10 

 

Gude, die Herrschafte,

habbe Sie eigentlich schon gemerkt, dass Herbst wird. Da wird die Menschheit für gewöhnlich ruhiger, legt die Bein hoch und trinkt Tee, naja, Teile der Menschheit trinke Tee, annern Teile trinke nur dann Tee, wenn was drin is, wenn Sie verstehe.

Jetzt hatt mer gedenkt, de Sonnekönig un die Hofnarrn würde sich ein wenig zurückhalte, awer da hat die Hoffnung getroge. De Röder-Roland hat zwar zunächst erklärt, seine Dezernatsumbildung hätt er früher bekannt gebe müsse, dann wär Streit vermiede worde. Gut, hat mer gemeint, is der Blödsinn auch erledigt. Jetzt geht awer der Zirkus schon widder los, weil die CDU/FDP indirekt gerügt hat, dass de Roland Geschenke für Partnerstädte bei seiner Fraa gekauft hätt. Der hatt das awer alles vorher schon genehmige lasse, sagt er jedenfalls. Die Grüne habbe jetzt gekontert un behaupte, dass die CDU/FDP-Koalition nur deshalb fürs Innovations-Center ein hauptberufliche Vorstand bräucht, weil die CDU diesen Job der FDP im Rahmen der Koalitionsvereinbarunge verproche hätt, des hätte CDU-Leit selbst gesacht. Die CDU will awer davon gar nix wisse.

Wenn isch ehrlich bin, muss isch saache: Isch auch nit! Des is doch schon seit mehr als 40 Jahrn so, dass ein vernünftiger Mensch nur dann in die Ortspolitik geht, wenn er Äcker hat.

Wenn isch Äcker hätt, da könnste mich awer mal Politik mache sehe, mein Liewer, jedenfalls dann, wenn neue Baugebiete ausgewiese werde müsste. Awer so, ohne Grundvermöge un außergewöhnliche intellektuelle Fähigkeite bleib isch lieber uff meiner Couch un geh abends in die Wirtschaft anstatt zur Stadtverordneteversammlung. Un glaube Sie mir, mir mache uns an de Thek derart einer weiß, dass mer glaube könnt, mer wär auf de Mitgliederversammlung einer politischen Partei.

Nur dass bei uns alles viel gesitteter zugeht. Wenn da einer, nur zum Beispiel einmal, was ja nicht vorkommt, ein Tee bestelle würd, also an de Thek, dann würde mir ihn mit aller uns zur Verfügung stehenden Höflichkeit darauf hinweise, dass er nicht in einem Café ist, sondern in einem Etablissement, in dem Erwachsene verkehrn. Da könnt Herbst sein, wie´s will. Un das saach isch Ihne mit der der Jahreszeit angemessenen Ruhe un Gelassenheit.

Meine Verehrung

Ihne Ihrn Kunrad

Kunrad 9 September 06 50. Breitegrad un Denkmäler

Kunrad 9

 

Gude, die Herrschafte,

wusste Sie eigentlich, dass mir eine neue Sehenswürdigkeit habbe, diesmal sogar in de Hoabach, also in Waldacker. Dort gibt´s jetzt ein 50. Breitengrad-Denkmal, weil ja Waldacker uff diesem Breitegrad liege soll, genauso wie Kamtschatka odder Landsend. Passt irgendwie zu de Hoabach!

Auf der anner Seite müsst es für unsereinen endlich auch einmal e Denkmal gebe. Nehme Se zum Beispiel die Jubiläumskerbe in Orwisch un Oweroure. Nun gut, Sie wusste vielleicht nicht, dass ich öffentliche Veranstaltunge grundsätzlich meide, es sei denn, es gibt was zu trinke! Jedenfalls bin isch schon seit mehr als dene 25 Jahr auf diesen Kerb-feierlichkeiten zugegen, un ob Sie des nun glaube odder ach nit, da habb isch mich noch nie geschont, da habb isch den 50. Breitegrad locker üwerschritte. Den Breitegrad, den meine tapfere Kollege un isch da erreiche, den kann mer nur ganz ausgesuchte Persönlichkeite empfehle. Un wenn mer bedenkt, was die Vereine un Wirte durch uns für einen Verdienst erziele, da wär e Denkmal mehr als angemesse. Aber stattdesse stelle se so e paar Stebbel in die Hoabach.

Uffrege könnt mer sich aber auch über die Herrschafte der hiesige Politik. De Rebel Dieter un de Rädlein Manfred hatte de Bürgermeister, also de Röder-Roland, angegriffe. Der wär wie de Sonnekönig un dät seine Allmachtsfantasie auslebe, weil er die Dezernate neu zugeschnitte hätt. Der Angesprochene hat gesacht, des wär sein gutes Recht, wobei halt mancher denkt, dass er dem Sturm Alexander nur ein auswische wollt. Mir is dene ihrn Zirkus völlig egal, ja habbe die nix besseres zu schaffe, könnt mer denke. Des regt doch nur die Leut uff, die sich Gedanke dadrüber mache, dass se so en Kinnergarte auch noch gewählt habbe. So wie diese Herrn un die dazugehörige Parteie de Breite mache, ist jedenfalls de 100. Breitegrad bald erreicht. Allerdings könne se nicht erwarte, dass ihne für diesen Blödsinn einer e Denkmal uffstelle wird, selbst in Messehause nit!

Meine Verehrung

 

Ihne Ihrn Kunrad

Kunrad 8 August 06 Rödermarkringsperrung un Chaos

Kunrad 8

 

Gude, die Herrschafte,

saache Sie mal, geht Ihne die Sperrung vom Rödermarkring genauso auf en Senkel wie mir.

Da blickt ja keine Sau durch, wann mer wie nach Messehause odder Waldacker kommt. Die Stadt hat auch sagenhafte Infos zum Busverkehr herausgebe. Darin ist wörtlich zu lese: „In der Zeit vom 4. bis 25. August sowie vom 5. bis 22. September wird die Linie zwischen den Haltestellen Ober-Roden, Siedlung Breidert und Urberach, Im Taubhaus über Eppertshausen umgeleitet. Im Interesse eines stabilen Betriebs … muss auch die Linienführung in Urberach angepasst werden. Die Haltestellen Carl-Zeiss-Str. und Urberacher Rathaus können nicht bedient werden.“ Wenig später heißt es dann, dass vom 26.8. bis zum 4.9. „die Linienführung normal verläuft, nur dass Messenhausen als Stichfahrt bedient wird und die Busse nicht an der Nell-Breuning-Schule halten werden.“ Isch erspar Ihne Schilderungen, was alles an de Orwischer un Oweräirer Kerb mit de Linieführung passiert. Vielleicht lese Sie  das einmal im Internet unner der Seite der Stadt nach, wenn Sie gern wahnsinnig werde möchte.

Also isch kann nur saache, dass mich einer gefracht hat, wie er von Ober-Rode zum Kaufland käm. Da war die Kreuzung dazwische zu. Also isch wußt nicht, ob Messehause oder Waldacker erreichbar ist, so dass isch angefange hab, de Weg nach Eppertshause zu beschreibe, wo mer dann am Bahnübergang scharf rechts Richtung „Dummesitt“ abbiege muß. Isch war mittedrin in meiner Beschreibung, etwa an de 4. Orwischer Querstraße rechts, da hat der Mann gesagt, er fährt lieber in de Toom-Markt nach Dudehofe. Mer muß sich halt nur zu helfe wisse! Aber das is bei der hoch komplizierten städtischen Informationspolitik so e Sach!

Um mal zu was ganz anderem zu komme: Das Spiegelbild zum marode Rödermarkring ist ja stadtpolitisch gesehe die Rödermärker SPD. Da hat ja der neue Vorsitzende schon nach 100 Tag es Handtuch geschmisse. Er wird wisse warum! Nur hab isch den Verdacht, dass die Erneuerung des Rödermarkrings gege die Erneuerung dieser Partei geradezu ein Kinnerspiel ist.  Da brauchste noch mehr Nerve als unsereiner, wenn er vor de weiß-rote Absperrunge steht und nit weiter weiß! Es gibt viel zu tun, gehn mer ein trinke!

Meine Verehrung,

Ihne Ihrn Kunrad

Kunrad 7 Juli 06 Fußball-WM 2006

Kunrad 7 

Gude, die Herrschafte,

saache Sie mal, warn Sie auch so WM-narrisch wie isch. Ei, isch hab ja dauernd vor der Flimmerkist gesesse, um 3, um 5, um 9, immer debei. Un war das nicht klasse? Üwerall eine Riesenstimmung, de Beckenbauer mit seim Massel hat es schöne Wetter bestellt un unser Buwe habbe Fußball gespielt, was  willste dann mehr! Nur dass mir gege die Pizzakicker verlorn habbe, das hat mich vielleicht geärgert. Das war ja schon abzusehe. Während mir uns mit Argentinien herumplage musste, hatte die en schöne Abend mit einer ukrainische Schoppemannschaft. Kein Wunder, dass mir da in de Verlängerung Tribut zolle musste. „Tribut zolle“, auch so ein Begriff, den mer von den Herren Netzer, Klopp un Konsorten gelernt hat. Da sag noch einer, dass Fernsehn dumm macht! Naja, un dann sind mir ja noch Dritter geworde un alles war widder super. Einfach klasse, die WM!

Nur mei Frau, die kann dem Fußball gar nix abgewinne. Kaum hatt isch de Fernseher an, is die schon mit em Putzeimer komme un hatt de Bildschirm abgewischt. Da habb isch dann das ein oder andere, normalerweise von mir nicht gebrauchte Wort benutzt. Als mei Frau dann gerufe hat, sie wünschte sich, sie hätt nie geheiratet, da habb isch dann gesacht :“Des wünscht isch mir auch!“ Un schon hatt isch es Putzwasser üwerm Kopp! Un des ausgerechnet bei dem Hammerspiel  Angola gege Iran! Vom häusliche Frieden her gesehe,  ist es dann schon zu begrüße, dass so eine WM auch einmal uffhört!

Aber mit der Niederlage gege Italien kann ja nicht jeder so gut umgehe wie unsereins. Schon 2 Tag später gab´s auf de Magistratspressekonferenz ein Riesenzirkus zwischen den Herrn Sturm un Kern. Un wege was für eim Mist! Die Kommission „Leitbild und Stadtentwicklung“ war abgeschafft worde un de Bürgermeister hat es Abstimmungsergebnis bekannt gegebe. Un dann habbe die 2 sich angegift, de Roland hat sich wege der Abschaffung geärgert, de Alexander wege der Verschwiegenheitsverletzung. Also, eine Sorte Streit, wie mer sie auf jedem bessere Kinnerspielplatz tagtäglich erlebe kann. Und das alles wege einer Kommission, von der kein Mensch gewusst hat, dass es sie üwerhaupt gibt.

Meiner Meinung nach ist das nur so zu erklärn, dass die 2 sich maßlos üwer die Halbfinalniederlage geärgert habbe un das musst halt mal raus! Da sollt mer halt kein Fußball gucke, wenn mer über solche Niederlage nicht hinwegsehe kann. Da zeigt sich, wer Größe besitzt. Annererseits, isch war seitdem auch nicht mehr beim Italiener.

Meine Verehrung,

Ihne Ihrn Kunrad