Tachebuch 29.03.2021 (Kunrad 181 un Ostern)

Gude, die Herrschafte,

grad beim Veröffentliche vom alte Kunrad aus em Januar is mir der Gedanke durch de Kopp geschosse, dass der Osterhas schon widder mit einer Maske üwer Wald un Flur hoppele muss, der arm Kerl. Dem stinkt das bestimmt noch vom letzte Jahr.

Wahrscheinlich macht der das nit mehr länger mit un schult um un werd Bankräuber, Maske in blau oder einer von de drei Masketiere.

Jedenfalls müsse mir uns nit wundern, wenn`s diesjahr mit Ostereier Essig werd. De könne mir dann höchstens verlorene Eier koche.

Frohe Ostern!

Meine Verehrung

Ihne Ihrn Kunrad

Tachebuch 01.03.2020

Gude, die Herrschafte,

jetzt den nicht erschienene Kunrad-Artikel vom Dezember zu veröffentliche, is natürlich grenzwertig. Awer wann kann mer besser frohe Weihnacht un ein gutes neues Jahr wünsche als im März? Da hat mer qusai eine Alleinstellung!

Gut, ein Jahresrückblick schadet nie, insbesondere wenn mer denkt, er stamme teilweise aus einer annern Welt.

Tatsächlich sin dann awer im Artikel auch Sache drin, die sich leider noch immer nit verännert habbe. Isch nehm des Wort, das mer nur noch hört, gar nit erst in Mund. Mal sehe, was die am Mttwoch widder neu beschließe. Wahrscheinlich werde die Eiscafés dienstags von 9 Uhr an eine Stunde geöffnet habbe, jedenfalls für Leut mit zwei Impfunge, gege was auch immer.

Mei Spannung hält sich in Grenze.

Meine Verehrung

Ihne Ihrn Kunrad

 

Tachebuch 20.02.2021 (Waldspaziergang)

Gude, die Herrschafte,

komm grad vom Wald. Unmittelbar vor mir trafe sich zwei Fraue, jede aus einer anneren Richtung. Die warn offensichtlich nit miteinanner bekannt. Sacht die eine: „Wenn mir uns heut es dritte Mal treffe, muss eine von uns awer ein ausgebe! Fracht sich nur wer?“ Sacht die anner: „Is mir egal, Hauptsach, mir trinke was zusamme!“

Lässt sich unser derzeitige Gefühlswelt besser beschreibe?

Meine Verehrung

Ihne Ihrn Kunrad

Tachebuch 09.02.2021 (wege dem Lied mit dem Verliebe, was mer liewer bleiwe lasse sollt)

Gude, die Herrschafte,

es gibt widder Neues vom Köhler. En musikalische Ratschlag, dass mer sich in dene Zeite nit verliebe sollt.

Gibt´s allerdings nur als Lied uff mp3, also nicht auf facebook hochladbar. Die, die immer uff de Seite gucke, habbe´s natürlich sofort. Die Facebook-Patiente müsse halt uff de Link klicke, dann könne sie es auch hörn. Ob´s e Video dazu gibt, wird sich zeige. Natürlich nur hier auf diesem Sender, wie mer so schön sacht.

Meine Verehrung

Ihne Ihrn Kunrad

Tachebuch 31.01.2021 (zu Kunrad 179 un de Situation an sich)

Gude, die Herrschafte,

im Kunrad-Artikel von vor zwei Monat geht es darum, dasss die Wissenschaft halt auch emal Fehler macht un nit so schnell alles im Griff hat, wie mir uns des all wünsche würde.

Isch wünsch mir im Übrige, dass mer e bißje Verständnis für die unnerschiedliche Meinunge habbe. Isch hab auch von Corona-Gegner schon vernünftige Argumente gehört. Selbst bei Arte kam, natürlich spät nachts, en Bericht, da kommst du ans Üwerlege. Im Gegezug erzähle mir Ärzte, wie schlimm es in de Krankehäuser werklich aussehe würd. Mer weiß nit mehr, was richtig is!

Die Mensche versuche uff ihr Art es Beste aus de Situation zu mache. Mir müsse versuche, für vieles Verständnis uffzubringe.

Jedenfalls komm isch mir im Moment vor wie en Leibeigene von Regierung un Wirtschaft. Isch derf nur noch schaffe, konsumiern un schlafe. Allerdings werd isch noch mit unsäglichem Radio- un Fernsehprogramm gequält. Wenn isch jedesmal, wenn da es Wort „Corona“ ufftaucht, en Schnaps trinke würd, wär isch schon nach jeweils fünf Minute sturzbesoffe. So sieht also Sklaverei in modern aus!

Mir kann in diesem Zusammehang niemand erklärn, wieso mer morjends uff em Weg zur Arbeit mit hunnerte in einem Zug sein darf, awer Sonntags  nit mit zehn in einem Museum.

Mer könne nur hoffe, dass Mitte Februar sommerliche Temperaturn herrsche, sonst bleiwe mer in unserne Löcher.

Zum Schluss noch ein Ausblick: Wenn  nach Beendigung der Maßnahme die Wertschafte widder uff habbe un de Wert fracht misch, ob isch was trinke will, dann sach isch nur: „Wieviel Gläser haste dann da?“

Meine Verehrung

Ihne Ihrn Kunrad

Tachebuch17.01.2021

Gude, die Herrschafte,

manch einer denkt drüwer nach, dass jetzt schon die erste Fastnachtssitzunge einschließlich dicker Köpp am Folgetach gewese wärn. Is halt nit. Traurig, traurig, traurig!

Absolut passend hierzu is die Wochenendwerbung. Da sin in einem Supermarkt Fastnachtskostüme im Angebot. Drüwer steht: „Familienkarneval zu Hause. Mit Abstand die beste Stimmung.“ Meine Herrn, da musst du erst mal druff kumme. Alle Achtung! Nur, wie soll des gehe?

Wenn isch mir des bei uns daheim vorstelle, mei Fraa un isch mit billige Kostüme verkleidt in de Wohnung. Un dann? Mache mer e Polonaise üwern Couchtisch odder en Fastnachtszug quer durch die Küche? Konfetti schmeiße is ausgeschlosse, da würd mei Fraa mim Kehrblech um sich schlage bzw. unhandliche Gegenstände in meine Richtung befördern.

Odder vielleicht verkleide mer uns so, dass mer uns gar nit kenne? Dann wär  eine fremde Person im Hausstand un mir müsste es Gesundheitsamt rufe. Mer könnt ja so tun, als täte mir uns nit kenne. Da wär awer die Demaskierung die größtmögliche Enttäuschung, wenn isch nit von vornherein mit meim unkenntliche Gegenüber schon de größte Krach hätt, was wahrscheinlicher is.

Un außerdem soll mer laut Werbung „mit Abstand die beste Stimmung“ habbe. Ganz falsch is des ja nit! Wenn mei Fraa weit weg von mir is, geht mer´s nit gänzlich schlecht. Un wenn die dabei noch kostümiert wär, wär womöglich de Spaß noch größer. Awer unner uns, des is doch völlig bekloppt, was die da anbiete.

Un wenn Sie sich die Kostüme angucke. Für Männer habbe se nur e Fliegeruniform. Passt ja irgendwie. Da gehst du derzeit keine Gefahr, deinem Job nachgehe zu müsse. Für die Fraue gibt es etliche Schmetterlingskostüme un e Prinzessin. Passt awer wie die Faust aufs Auge für meine Holde. Vielleicht habbe sie ja auch Maikäfer odder böse Stiefmütter im Angebot, mer waas es nit.

Alles in allem musst isch jedenfalls laut lache, als isch die Werbung gesehe hab. Wie von ner annern Welt. Un e bißje rauskomme aus unserer Ödnis, un sei es nur durch absurde Werbung, is doch auch emal gut, odder?

Bleibe se fidel!

Meine Verehrung

Ihne Ihrn Kunrad

Tachebuch 03.01.2020

Gude, die Herrschafte,

es neue Jahr beginnt mit alte Kram, wie passend. Un zwar mit dem Kunrad-Artikel aus em Oktober. Hat sich leider nit viel geännert, bloß, dass mehr Klopapier geordert wurde un üwerall steht, dass pro Kunde nur eine Packung von Deutschlands wichtigstem Kulturgut mitgenomme werde dürft.

De Artikel aus em Dezember is erst gar nit veröffentlicht worde. Warum, is mir unbekannt. Passt zu dem wunderbare letzte Jahr!

Awer mir werde unser Glück schon mit beide Händ am Schopf packe un aus dem Schlamm der Misere herausziehe. Un dann, mein liewer Herr Gesangverein, bleibt kein Auge trocke, was immer das bedeute soll.

Meine Verehrung

Ihne Ihrn Kunrad

Tachebuch 31.12.2020

Gude, die Herrschafte,

 

es alte kam eim unendlich vor,

jetzt kimmt tatsächlich e gonz nei Johr.

Hoffentlich is des nit verbraucht un ranzisch,

un brengt am End noch Covid-20.

En Gruß von mer, oans is dadebei gewiß,

dass mein Humor nit, wie de Virus, ansteckend is.

Trotzdem zieht desdeweje bloß koa Brutsch,

e frohes Neies un en gute Rutsch!

 

Meine Verehrung

Ihne Ihrn Kunrad

Tachebuch 16.12.2020

Gude, die Herrschafte,

ach, des is ja ein Herumher in dene Zeite. Mer weiß ja vor lauter Pandemie un geschlossene Wertschafte gar nit, wohin mit sich.

Jetzt kommt die Weihnacht in schnelle Schritte, da derf de Köhler nit fehle. Er hätt e Adventslied, er wär nit früher fertisch worn, es Uffnahmegerät hätt nit funktioniert, seun Schuhbennel sei gerisse. Glatteis, geschlossene Bahnschranke un was weiß isch noch alles, was ihm dazwische komme wär.

Also es Adventslied is grad noch in de Rohversion fertiggestellt worde, quasi uff de letzte Drücker. Hörn Sie ihn sich halt an, den sentimentale Kram.

Isch meld misch die Tage auch noch mal, mit Wünsche un so.

Bis dann.

Meine Verehrung

Ihne Ihrn Kunrad

Tachebuch 29.11.2020

Gude, die Herrschafte,

beim Übertrage vom September-Kunrad-Artikel hab isch gemerkt, dass mer doch die Hoffnung hatte, mer könnte einigermaßen gut durch de Winter komme. Satz mit x! Mittlerweile is ja auch alles im Freie verbote, obwohl dort noch keine Ansteckung nachgewiese is. Jawohl, Corona is gefährlich, awer Maßnahme, die völlig üwerzoge sin, sind´s auch. Da werde mal kurz 16 Milliarde aus em Ärmel geschüttelt, alles kein Problem. Früher hat jed Schul bei de Anschaffung von drei Fußbäll vom Ministerium gehört, dass mer für die schwarze Null sparn müsse. So ändern sich die Zeite.

Hoffnung macht, dass seit Freitag die Bahnhofsstraß in Orwisch widder uff is. Hätt nit gedacht, dass des schneller als beim Berliner Flughafe passiern würd.

Somit: Es geht aufwärts, alles werd gut!

Meine Verehrung

Ihne Ihrn Kunrad