Kunrad 242 Februar 2026 Fastnacht, Provokatione un Kommunalwahl

Kunrad 242

Gude, die Herrschafte,

die Fastnacht is vorbei, un sie is gut gelaufe, da die beiden Rödermärker Umzüge ohne große Wetterprobleme über die Bühne gegange sin. In Orwisch grad so, awer mer hatt´s vorm große Rege in die Hall vom KSV geschafft. Un nur des is wichtig!

Jetzt steht die Fastenzeit an, un mer kommt zwangsläufig uff ernstere Gedanke. Immer steht die AfD im Mittelpunkt un stets is die Empörung groß. Awer des is ja genau des, was die wolle. Es is zwar schlimm, dass de TS-Sitzungsperäsident von einem dieser Partei nahe Stehende bedroht worde is, awer da stellt mer, wie bei jedem Verbrecher, Strafantrag. Resolutione odder Stellungnahme sin zwar wichtig, awer zusätzlich hätt mer vielleicht liewer Geld für e Belohnung für die Ergreifung des Täters gesammelt. Weil Stromer lasse sich von Stellungnahme nit abschrecke, die müsse ins Loch!

Un wenn die AfD gege des „Respekt“-Schild is, dann muss mer uff die Provokation nit mit den immer gleichen Statements reagiern. Isch vertrete schon seit jeher die Meinung, dass jedem Menschen der gleiche Respekt gebührt. Gut, wenn die AfD diesen Respekt nit will, dann kriegt se ihn halt nit. Mir soll´s recht sein.

Awer, es is doch immer es gleiche Schema, Trump, MAGA-Bewegung, AfD. Immer es selwe. Irgendeine an den Haaren herbei gezogene Meinung kundtun un sich totlache, wenn alle darauf reagiern .Beispiel: Womöglich tut irgendeine dieser Gruppierunge odder ihrn Chef, de Trump, demnächst erklärn, dass üwer 65-jährige Mensche nit mehr in Krankehäuser behandelt werde solle, weil sie eh zu alt wärn un im Übrige festgestellt worde sei, dass in dem Alter Ärzte sowieso nit helfe, sondern nur größere Schäde verursache würde. Haltloser Blödsinn! Awer jeder würd meinen, darauf reagiern zu müsse. Un dann sin die Zeitunge widder voll von Stellungnahme un Empörung aller Art. Normalerweise sollt mer so ein Deppekram zum einen nit veröffentliche, zum andern ihn nit durch die übliche Reaktione bedeutender mache als er is. Un dann wird von AfD un Konsorte erklärt, mer könnt heut nix mehr sage, was die größte aller Lügen is, weil es ja gerade gesacht worde is. Vor lauter Empörung vergesse mir dabei, uns politisch mit diesen Parteien auseinanderzusetze.

Anlässlich der anstehende Kommunalwahl könnt mer sich doch mal frage: Was will dann die AfD beispielsweise im Hinblick uff die Gemeinde? Die Grundsteuer un die Gewerbesteuer abschaffe, um nur mal ein Ziel zu nenne. Konsequenz: Rödermark un alle Gemeinde in Hessen wärn in Kürze zahlungsunfähig. Darüber hört mer awer nix. Dass die AfD die Steuern für Besserverdienende erheblich senke will, weiß auch keiner. Die Steuerpläne der AfD würde womöglich Steuerausfälle von jährlich hunnert Milliarde zur Folge habbe. Könnt mer doch mal drüber diskutiern, anstatt sich von dene Leut ständig uff falsche Fährte locke zu lasse.

Politik ist auch ein Wettstreit von Ideen un Ansätzen. Un wenn da eine Partei Vorschläge macht, die uff de erste Blick verlockend klinge, awer nur zu absolutem Chaos führen würden, dann muss mer das doch thematisiern. Awer, wenn isch mir die Wahlplakate angucke, dann habbe mer nur eine Ansammlung von leere Floskeln, die sich Werbeagenturen ausgedacht habbe, Sorry, liebe Parteien, da erwarte ich in solchen Zeiten e bißje mehr!

Meine Verehrung

Ihne Ihrn Kunrad

Kunrad im Internet: dekunrad.de odder Facebook.com/dekunrad

Kunrad 241 Januar 2026 20 jähriges Jubiläum, Gemeinschaft, Kaulitz-Brüder un Fastnacht

Kunrad 241

Gude, die Herrschafte,

was immer 2026 auch bringe mag, für mich is es e Jubiläumsjahr. Die erst Ausgabe vom Kunrad konnte Sie nämlich im Januar 2006 lese, somit muss sich mancher eingestehe, schon exakt 20 Jahr mit meinen Abhandlungen konfrontiert zu sein.

Noch doller: Im Oktober diese Jahres erscheint, so Gott un de Rhein-Main Verlag will, de 250. Kunrad-Artikel. „En Haufe Holz“, wie selbst mancher forstwirtschaftlich nicht Bewanderte zugebe muss. Dass des tatsächlich stimmt, könne Sie im Netz unner „dekunrad.de“ üwerprüfe.

Die Begeisterung zu diese Veröffentlichunge hielt sich erwartungsgemäß in Grenze. Es höchste Lob, dass mer in unserem südhessische Rödermark erhalte kann, wurde wie folgt formuliert: „Manchmal les isch den Mist ganz gern!“ Nichtsdestotrotz gibt es auch Leut, die mir erzählt habbe, dass Sie die Kunrad-Abhandlunge bis ins befreundete Ausland, also nach Mainz, schicke. Viele Grüße nach Rheinhessen! Natürlich sin so Jubiläen auch Anlass sich zu bedanke, awer das heb isch mir für die Ausgabe 250 uff, sonst nerve die Wiederholunge.

Sie werde misch in diesem Zusammehang frache, was sich eigentlich in dene ganze Jahrn geännert hat. Des was mich am meiste umtreibt, wie isch es hier schon mehrfach angesproche hab, is die zunehmende Individualisierung un es Zerstörn jeglicher Gemeinschaft. Da habbe mir himmelschreiende Lärmschutzvorschrifte, die jegliche gemeinschaftliche Aktivitäte gefährde un selbst für kleinste Feste un Veranstaltunge gelte, awer nit für Flugzeuge un Autos. Da habbe mir durch diese ganze Streaming-Dienste immer weniger gemeinsame Gesprächsstoff, da ja jeder anner Mussigg hört un annern Filme guckt. Da sitze die Leut im Zug un es herrscht bis auf wichtige Ansage, wie die, dass de „Train in Ober-Roden terminates“, eisige Stille, weil alle nur uff ihr Handy gucke. Das is für jede Gemeinschaft, jede Gemeinde, jeden Staat pures Gift!

Gott sei Dank werd nun awer alles bestimmt anners un ganz Deutschland sitzt demnächst vorm Fernseher, wenn die Kaulitz-Brüder „Wetten dass?“ üwernemme. Sie wolle sogar ihrn Senf aus Hollywood-Podcast ab sofort aus Deutschland sende. Wahrscheinlich is de erste Stargast im Fernsehn sogar die Klum Heidi, die wettet, dass Sie mehr als ein Gesicht mache kann. Un mer derf vielleicht rate, wie viel Tattoos un Piercings die Brüder habbe. Hoffentlich werde dann nit alle Stelle gezeigt, wo die dergleiche angebracht habbe. Mer derf gespannt sei! Isch sach Ihne, isch kann vor Uffreschung nachts kaum noch die Auge zu mache. Wenn isch nit grad schlaf, natürlich.

Awer, un das is wichtisch, wir habbe ganz bestimmt Gemeinschaft an unserne Fastnacht! Deshalb meine Bitte: Gehe Sie zu Sitzunge, Maskebäll, Kappeabende Umzüge un was es sonst noch so alles gibt. Feiern Sie miteinnanner un lasse Sie den ganze Mist, der sich in unserne Welt so abspielt, emal auße vor. Un wenn auch die politische Ansichte unnerschiedlich sin, glaube Sie mir, egal wo mir herkomme un wie mir aussehe, am End sin mir doch all die gleiche Deppe. Hellau!

Meine Verehrung

Ihne Ihrn Kunrad

Kunrad im Internet: dekunrad.de odder Facebook.com/dekunrad

Kunrad 240 Dezember 2025 Schulde, Bußgeld, neue Plätz un Wünsche

 

Kunrad 240

Gude, die Herrschafte,

so ein Artikel in de Weihnachtszeit sollt ja eigentlich fröhlich stimme un gute Laune verbreite. Isch muss awer erst emal uff wenig erfreuliche Dinge eingehe.

So wurd letzt Woch bekannt gegebe, dass de Haushalt 2026 unserer Stadt mit einem Minus von 13,8 Millione Euro endet. Des sin die Schulde, die mir mache müsse. Bei 30.000 Einwohnern ergibt des für jeden von uns einen Betrag von € 460.-, also ach fer die Kinner. Wahrscheinlich kommt demnächst en Sparkommissar, der dann alles streicht, was zu streiche geht. Awer der hat gar kei Zeit für uns, weil er in viele Nachbargemeinde ja auch anrücke muss. Da passt des schöne Rätsel: „Kennst du en Satz mit Album? Ja, mei Geld is all – bum!“

De nächste Brocke, der mir im Hals steckt, sin die andauernde Verkehrskontrolle mit massig Bußgeldverfahre, die unser Stradt meint, durchführn zu müsse. Isch könnt e paar Seite schreibe über all die Dinge, die mir berichtet worde sin. Die Leut werde zunehmend stinksauer. Sollt mer mal drüber nachdenke, zu was das führn kann. Isch hoff nur, dass unser im Dauerstress stehende Ortspolizei nit auch noch an de Feiertage mit blitzende Weihnachtsgrüße für dann eher getrübte Stimmung sorgt. Ein kleiner Tipp von mir: Fahrn Sie am Ortsausgang von Oweroure Richtung Rollwald nit mehr als 30. Da sin nämlich seit neuestem Straßeschäde, die so gravierend sin, dass isch die selbst in der alt Schüssel, die ich fahr, nit merke. Un da muss der Verkehrssicherheit zuliebe geblitzt werde. Irgendwie muss die Stadt ja zu Geld komme.

So, des hammer hinner uns. Komme mer zu Erfreulichem. Zwei neue schöne Plätz in Oweroure. Wird sich auch kein Orwischer drüber ärgern, weil dort is ja auch am Enteweiher un Richtung Messel manches verschönert worde. Jetzt warn halt mal die Oweräirer dran. Zunächst gibt’s jetzt in de Frankfurter Straß ein feine Platz mit einer Pieta. Im Zuge der Bauarbeite wurde dort auch ein Loch entdeckt. Was könnt des gewese sei? Ein Brunne! Den hat mer gleich auch widder hergestellt. Gut, dass kein Sparkommissar in de Näh war.

Un dann wurd am erste Advent ein neuer kleiner Park hinner St. Nazarius eingeweiht. Hierüber wurde an dieser Stelle ja schon Bericht erstattet. Mer werd im Sommer feststelle könne, wie des geworde is.

Ob solches in Zukunft noch möglich sein wird, werde mer auch sehe. Isch ahne da… Awer mir wolle ja jetzt eher in freudige Stimmung gerate. Deshalb versetze mir uns in die warm Stubb, mit em gute Getränk in Griffweite un einer Schale von Plätzjer im Blick. Mir danke höheren Mächten, dass es uns immer noch besser geht als vielen annern Mensche in unserne verrückt Welt. Mir freue uns, dass mir auch an die gedacht un was gespendet habbe, sofern noch Geld in de Kass war. Un mit dieser Stimmung entlasse isch Sie aus meinen erbaulichen Ausführungen, nicht jedoch ohne Ihne eine frohe, bußgeldfreie, schöne Weihnacht un ein gutes neues, schuldenfreies Jahr zu wünsche. Bleibe Sie so, wie Sie werde wolle!

Meine Verehrung

Ihne Ihrn Kunrad

Kunrad 239 November 2025 REWE-Markt, 30 Sorte Joghurt un Weihnachtsmärkte

Kunrad 239

Gude, die Herrschafte,

die in de letzt Zeit im Mittelpunkt stehende Frache war ja die, ob mir in Rödermark en große REWE-Markt brauche. Die Stadtverordnete habbe de Weg frei gemacht, die Fa. Schmoll e Stück Grund an die Stadt zurückveräußert un ach de REWE hat grünes Licht signalisiert.

Mir bekomme also am Tor zu Bauruine, Oweräirer Friedhof un Nell-Breuning-Schul bald ein große REWE-Markt. Mer kann ja streite wie mer will, awer besser aussehe als bisher wird des bestimmt.

Eine Dame hat awer im Rahmen eines Leserbriefs darauf hingewiese, dass sie gar nit wüßt, wieso mer üwerhaupt en größere Markt benötige würde, der alte wär doch gut genug. Da dät mer alles finne, un sie bräucht keine dreißig Sorte Joghurt. Des is natürlich e Argument. Gut, bei mir schwächelt die Nachfrage nach Joghurt e bißje, um ehrlich zu sein, tendiert sie gege Null. Un wenn mich einer frache dät, welcher Joghurt mir am beste schmeckt, da würd isch mit meiner Antwort „Wieso? Gitt´s da mehr als eine Sorte?“ sicher nit de Vorsitz im Joghurt-Fan-Club „Weiße Pampe“ angebote bekomme. Isch mein, isch hätt vor längerer Zeit gehört, dass es auch linksdrehende un rechtsdrehende Joghurt gäb, für die ganz Üwerkandidelte wahrscheinlich auch ein dorschdrehende. Awer des sin Berichte, die in ganz entlegene Kammern meines Gehirnkastens unner „Erledigt, kann fort!“ abgelegt werde. Neumodisch gesacht, sin des Informatione, die de Rand meines Computer-Papierkorbs üwerschritte habbe.. Kurz un gut, de neie REWE werd sich mit seim Joghurt-Angebot an mir die Zähn ausbeiße!

Allerdings is zu berücksichtige, dass de alte REWE-Markt gegeüwer vom Friedhof in ein Getränke-Center umgebaut werde soll. Da habbe misch die REWE-Leut widder eingefange. Meine Meinung hierzu lautet ja bekanntlich: Getränke-Märkte kann mer nie zu viel habbe!

Die Friedhofsnähe is awer keine ganz glückliche Ortswahl, weil dann womöglich die durstige Geister von dahingeschiedene Zecher nachts die Getränkemarktflure entlang schleiche könnte. Letzten Endes gibt’s ein Für un ein Wider, un jetzt is es halt e beschlossen Sach, also nemme mir es, wie´s kimmt.

Im Übrige is ja die Trauerzeit im November vorbei, so dass mer uns jetzt de Advents- un Weihnachtsmärkte un dergleichen widme könne. Wahrscheinlich hätt de REWE-Getränke-Shop etliche Glühweine un Bockbiere im Angebot, so dass er misch zu einem Bummel durch die Regale einlade würd, awer des muss halt noch e Jahr warte. Wichtig is dabei, dass an de Märkte in Oweroure un Orwisch an de zwei erste Adventswochenende eine breite Palette an Speise un Getränke uff uns wart´. Isch will jetzt nit zu viel verrate, awer isch werd dort zugege sein, so sicher wie es Amen im Weihnachtsgottesdienst. Wie hat ein englischer Künstler so rischtisch ausgeführt: „I love German Weihnachtsmarkt with it´s cheap red wine!“ Mehr gibt’s dadezu eigentlich nit zu sage.

Meine Verehrung

Ihne Ihrn Kunrad

Kunrad im Internet: dekunrad.de odder Facebook.com/dekunrad

Kunrad 238 Oktober 2025 Novemberlliche Thekephilosophie

Kunrad 238

Gude, die Herrschafte,

de November is da, un mit ihm all die triste Gedenktage wie Totensonntag, Buß- un Bettag un Volkstrauertag. Des is die Zeit, in der mer sich die entscheidende philosophische Frache stellt: Wo kumm isch her, wo geh isch hie un warum üwerhaupt?

Als isch letzt meiner Fraa gesacht hab, dass isch misch manchmal frache, wer isch bin un was aus mir wird, hat sie mit der ihr eigenen Lautstärke nur gekrische: „Du bist e Rindvieh un bleibst eins!“ Des hat misch allerdings nit entscheidend weiter gebracht.

Wenn Sie awer nun wie isch öfters Zeit an vorderster Gaststättenfront verbracht habbe, dann wisse Sie, dass nach einer gewissen Anzahl von Bieren thekenphilosophische Themen an der Tagesordnung sin. Letzt hat einer erklärt, er wüsst gar nit, ob mir annern üwerhaupt existiern odder er sich die Welt nur einbildt, mir also quasi nur Traumgestalte wärn. Isch hab dann erwidert: „Wenn isch mir die Leut um misch rum so anguck, müsste es eher Alptraumgestalte sei.“ En annern hatt gesacht, er sei sich ganz sicher, dass des alles nur en Traum sei, un de Wirt könnt ihm jetzt zig Rechnunge vorlege, awer er denke nit im Traum daran, sie zu bezahle. De Wirt meinte daraufhin trocke, dann müsst er ihm halt so lang uff de Kopp schlache bis er wüsst, dass er wach sei. Fazit dieser existenziellen Gespräche: Mer hätt´s ach gleich lasse könne!

Interessant in diesem Zusammenhang is, dass mir ein Nachbar letztens erläutert hat, dass de Mensch sich nit so wichtig nehme sollt, es gäb auch annern vernunftbegabte Wesen. Sein Hund beispielsweise wär blitzgescheit. Der würd nachmittags ein riese Gebell loslasse, wenn er, de Nachbar, ihm nit sei Lieblingstiersendunge im Fernseher einschalte würd. Endlich weiß isch, wer die tausende Folge „Giraffe, Stinktier & Co“, odder wie die Sendunge auch immer heiße, guckt: meim Nachbar sein Hund!

Isch denk awer manchmal, dass de Mensch nit vernunftbegabt, sondern eher so saudumm is, dass er den Planet noch zugrunde richt`. Awer des is natürlich Blödsinn. Den Planet kriege mir nit kaputt, uns dagege schon eher. Was schert es dann die Erde, was uff ihr herumkrabbelt? Deshalb is auch der alte Witz, wo sich die Erde bei em annern Planet beschwert, sie wär krank, sie hätt Mensch, dummes Zeusch. De Erde sin mir total egal, die braucht uns keine 5 Minute. Umgekehrt werd en Schuh draus.

Wobei mir schon eine Rolle spiele, weil die Atome un Elemente, die unsern Körper ausmache, Teil dieser Erde un Welt sin. Deshalb sach isch immer depressive odder total verzweifelte Leut, dass sie für den Planet un es Universum unersetzbar sin. Mir hat nämlich emal so en ganz Schlaue erklärt, dass dann, wenn mer nur ein Atom eines Menschen völlig verschwinde lasse dät, die ganz Welt in Sekundeschnelle zusammestürze würd. Frache se misch nit, wie des geht, der Kerl war sich jedenfalls sicher, dass des so stimme dät.

Wenn Sie en gläubige Mensch sin, dann denke Sie dran, dass jeder Mensch gottgewollt un deshalb wichtig is. Sin Sie Atheist, müsse Sie awer auch erkenne: Wenn die Natur Sie nit gewollt hätt, dann gäb es Sie auch nit. Weshalb die Natur uns allerdings gewollt hat, des is widder die Frach: Warum üwerhaupt? Siehe oben. Merke: „Warum mer sin un es uns gitt, nix genaues waas mer nit!“

Hoffentlich is bald Advent!

Meine Verehrung

Ihne Ihrn Kunrad

Kunrad im Internet: dekunrad.de odder facebook.com/dekunrad

Kunrad 237 September 2025 Kerb un Park an de katholisch Kersch in Oweroure

Kunrad 237

Gude, die Herrschafte,

also mit dene Kerbe is des so e Sach. Jetzt hatt´s ja in Orwisch montags gerejent. Da hat sich mancher Oweräirer schon gedacht: „Ei, wie soll dann des bei uns an Kerb werde, wenn´s sogar in Orwisch emal rejent!“ Jetzt ist awer beim Niederschreibe dieser Zeile festzustelle, dass es nach de aktuelle Vorhersage gar nit so schlecht werde soll, kühl, awer trocke! Isch bin gespannt!

Diesjohr is es ja an der Oweräirer Kerb recht eng, awer bald soll der Park an de katholisch Kersch fertig sein. Dann is in Zukunft mehr Platz. Isch hab jetzt e paar Anwohner belauscht, die sich üwer die Fläche unnerhalte, quasi schon de Deiwel an die Kerschewand gemalt un gemutmaßt habbe, dass dort schon e paar Tach nach der Eröffnung eine Schneise der Verwüstung zu erwarte sei. Dahinne sei ja annerst als an de Orwischer katholisch Kersch kein Straßeverkehr. Der Platz sei so abgelege, dass alle jugendliche Deppe, die mer in Rödermark habbe, da einfalle würde, um ihrn Schindluder zu treibe.

So üwertriebe isch des auch finde, awer en Kern Wahres is da dran. Isch hab gehört, der Platz würd abends abgeschlosse, um Schlimmes zu verhinnern, awer, ob des ausreicht? Mer waases nit. Wenn mer manchmal im Ort oder in Busse un Bahne dem Grad der Zerstörung, der da allenthalben stattfindt, ansichtisch wird , kann mer berechtigte Zweifel habbe.

Vielleicht könnt mer ja auch mit em Schild die mutmaßliche Randalierer zur Räson brenge un diesen erklärn, dass in alle gängige Volksweisen geschildert wird, dass die Beschädigung eines Gotteshauses, sei es Synagoge, Moschee odder Kersch, im Laufe des Lebens der jeweiligen Unholde eine schlimme Strafe nach sich ziehen wird. Weil wisse tun des die vor jeglicher Bildung flüchtenden, einschlägig bekannte junge Leut halt nit. Da muss mer nachhelfe. Awer, ob die des Schild dann üwerhaupt lese könne, is e anner Frach. Relativ sicher wärn mir wahrscheinlich nur mit einer Überwachungsanlage. Die könnt mer am Kerschturm festmache, da käm so schnell keiner dran.

Letztendlich sin das natürlich Überlegunge, die ihrn Ursprung im Zweifel an der Gutartigkeit der menschlichen Natur habbe. Un da die ganz Welt momentan von viele schwer geschädigte Politikern regiert werd, is ja kein Wunner, dass mer zwangsläufig uff so Gedanke kommt. Isch kann somit nur hoffe, dass Rödermark an de Kersch St. Nazarius e schöne Ecke bekommt un alle damit pfleglich umgehe. Diesen Wunsch an der Theke aussprechend, bekam isch als Antwort: „Un an was glaabst du sunst noch?“

Meine Verehrung

Ihne Ihrn Kunrad

Kunrad im Internet: dekunrad.de odder Facebook.com/dekunrad

Kunrad 236 August 2025 Nicht einstellbare Bauvorhabe un kreative Geldbeschaffung

Kunrad 236

Gude, die Herrschafte,

jetzt hat uns unser Stadt emal erklärt, dass mer aus viele Projekte, die in Rödermark baulich umgesetzt werde, gar nit eraus kann. Es kann jetzt auch kei Partei, nur mal die FDP zu nenne, erum schimpfe, weil, wie mer hört, die Projekte einstimmig meist schon zu Zeite vom Kern Roland beschlosse worde sin. Gut, mer kann ja ach emal was vergesse.

Mer kumme awer aus all dene Bauvorhabe auch deshalb nit raus, weil Bund odder Land beteiligt sin un schon Geld in die Planung u.ä. geflosse is. Wenn mer da aussteige, wolle die es Geld zurück. Das heißt, mir müsste Geld zurückzahle un hätte dafür gar nix.

Auch is vielleicht ja mancher un manchem bekannt, dass mer aus Bauverträg nit einfach so aussteige kann. Wenn mer kündigt, hat nämlich de Unternehmer Anspruch uff de ganze Lohn abzüglich Ersparnis. Die Ersparnis kann mer sich denke, meist gar koa!

Mer würde also sogar Geld verliern odder zurückzahle müsse, wenn mer die Projekte an de Kersch St. Nazarius oder an de Rodau einstelle würde. Gut, dass mer das emal weiß, sin mer widder e bißje schlauer!

Nur, wo wolle mer Geld herkriege? Grundsteuer erhöhe? Nit schon widder! Vielleicht sollt mer sich an de internationale Politik orientiern, gemäß dem Motto: „Was de Trump kann, könne mir schon lang!“ Mei Idee wärn folglich Zölle. Jetzt kannst du nit zwische Oweroure un Eppertshause odder Orwisch un Messel Schranke uffstelle un die Leit uffhaale. Awer mer könnt doch die kleine Transporterscher, die tausende Pakete täglich in de Stadt erumfahrn, anhalte. Dann könnt mer pro Paket 15% von de uffgedruckte Transport- un Portokoste als Zoll verlange. Wenn mer guckt, was sich für ein Zeug in manchem Transporter befindet, wärn mer flascht in 14 Tach schuldefrei. Des hätt dann auch de Vorteil, dass die Leut für de Transport zahle müsste, was isch schon lang fordere. Dann würd beispielsweise e geschickt Buch odder Arzneimittel teurer sein, wie eins, was du in Rödermark kaufst. Da hätte mer quasi zwei Fliege mit einer Klappe geschlage.

Es heißt ja Not macht erfinderisch. Deshalb fordere isch Rödermarks Politik auf, sich in dieser prekären Lage was einfalle zu lasse. Mal e paar Stichpunkte zum Nachdenke: Steuer uff Radler bzw. alle das Bier verseuchende Ingredenzien, drastische Strafe für Vermüllung beginnend mit Zigarettekippe, Schaukelgebühr für Erwachsene uff unserne Kinnerspielplätz, Marke für jeweils 5.- €, um an Rödermärker Schule de verzogene Nachwuchs abzuhole (auch sinnvoll bei von Eltern vollgepackte Stundepläne, damit die Kinner mal e halb Stunn durchschnaufe könne), Strafzoll uff Süßgespritzte (von Orwisch seit Jahrzehnten gefordert), Belästigungsgebühr, zu zahle von dene, die sich wege allem un jedem beschwern (für einschlägig bekannte Einzelpersone, Gruppe odder Bürgerinitiative vergünstigt im Zehnerblock), um nur einige zu nenne.

Hier is ein breites Feld vorhande. Los geht’s!

Meine Verehrung

Ihne Ihrn Kunrad

Kunrad im Internet: dekunrad.de odder Facebook.com/dekunrad

Kunrad 235 Juli 2025 Unerträglicher Individualismus un Stadtranderholung

Kunrad 235

Gude, die Herrschafte,

isch muss heut mal uff was eingehe, was mir zunehmend Koppschmerze bereitet, nämlich den sich unerträglich ausweitende Individualismus, der zunehmend unsere Gemeinschaft zerstört. Leider hat de Gesetzgeber, offensichtlich die Konsequenze nicht bedenkend, jedem Depp Rechte in die Hand gegebe, die zunehmend dazu führn, dass einzelne Vollidiote die Gemeinschaft am Nasering durch die Arena führn.

Wenn du nur die völlig absurde Lärmschutzregelunge, en überbordende Brandschutz odder die asoziale reine Wohngebiete anguckst, dann könntst du verzweifle. So schaffe es dann Einzelne, die mer in de Gemeinschaft noch nie gesehe hat, die Plätz vorm Römer odder de alte Oper ab 21 Uhr publikumsfrei zu halte. So gelingt es auch wenige Querulante, Volksfeste zu zerstörn odder Kercheglocke zum Schweige zu bringe. Das verheerende Ergebnis solcher Gesetze is, dass, konsequent angewendet, unser Land in Totenstille erstarre würd. Verflucht noch emal, mir brauche awer mehr statt weniger Gemeinschaft! Grad in Zeite, in dene die zunehmende Vereinsamung un de Rückzug in die Streaming-Wohnwelt dazu führt, dass die Leut jede Falschmeldung als bare Münze nehme un somit leichte Opfer von radikale Agitatorn werde. Miteinanner rede is da absolut wichtig, um es Schlimmste zu verhinnnern.

Jüngstes Beispiel dieser völlig fehlgeleitete Entwicklung is nun die Stadtranderholung, die jährlich in Waldacker stattfindt. Wie mer de örtliche Presse entnehme kann, meine einige Waldackerer Bürger, teilweise nicht einmal Anwohner, diese Veranstaltung durch allerhand an de Haarn herbeigezogene Beschwerde sabotiern zu müsse. Die junge Leut, die diese einwöchige Stadtranderholung für Kinder ermögliche, für manche Kids de einzige Urlaub, den sich ihr Eltern leiste könne, mache das kostenlos, nehme Urlaub und müsse auch bei de Vorbereitung viel Zeit aufwende. Und dann komme so e paar Leut, die sich wegen dieser einen Woche so belästigt fühle, dass se alle Hebel in Bewegung setze, um e derart vorbildliche Aktion zu sabotiern.

Selbstverständlich wird solch fragwürdiges Vorgehe von de unnere Naturschutzbehörde, deren Agieren ja dem normal Sterblichen seit geraumer Zeit die Zornesröte ins Gesicht treibt, mit für mich absurde Auflage unnerstützt. Ja, da wird die Tierwelt geschützt, die awer, wenn es um Fluglärm geht, im wahrsten Sinne des Wortes im Wald stehe gelasse wird. Da is dann plötzlich sämtlicher Lärmschutz ausgehebelt. Motto: Die Kleine trete un die Große gewährn laase.

Mir dürfe nit länger zulasse, dass de Einzelne mehr zählt als die Gemeinschaft. Wir müsse unser Gemeinwese schütze un nit die Interesse von e paar wenige Verirrte. Un de Mensch muss Vorrang habbe!

Letzt hat einer in de Wertschaft gesacht: „Jede Krankheit verbreitende Nilgans, jede Taube odder jeder Biber hat bei uns mehr Rechte als e Kind“. Isch wollt noch widerspreche, hab´s dann awer doch liewer gelasse.

So, des musst emal gesacht wern!

Meine Verehrung

Ihne Ihrn Kunrad

Kunrad im Internet: dekunrad.de odder Facebook,com/dekunrad

Kunrad 234 Juni 2025 Grundsteuer Teil 2, Urlaub un Ballermann-Hits

Kunrad 234

Gude, die Herrschafte,

die Ferienzeit rückt näher, un schon hat die Stadt was in unser Koffer gepackt: e saftige Erhöhung der Grundsteuer. Gut, die sollt ursprünglich nit uff 990, sondern uff 1250 Prozentpunkte steige, awer e Erhöhung um gut 25 % is ja auch nit von schlechte Eltern.

Bei der erst Stadtverordnetensitzung, die die Erhöhung betreffe sollt, war´n ja en Haufe Leit erschiene. Allerdings war schon vorher es Thema von de Tagesordnung genomme worde, weil de Magistrat wahrscheinlich eingesehe hat, dass es so nit geht. Jetzt hat mer also erst emal geguckt, wo mer sparn kann.

Tatsächlich werde deshalb unner annerem die kommunale Betriebe uffgelöst un widder in die normale Stadtverwaltung üwerführt. Sin se mir nit bös, awer isch hab noch nie verstande, wieso die eigenständig geführt werde musste. Da hieß es oft von städtische Ämtern, dies oder jenes ginge nit, weil sonst e riese Rechnung von de KBR käm. Was für ein Blödsinn! Wie wann isch mir selber e Rechnung für`s von mir ausgeführte Rasemähe stelle un dann sage, dass isch mir misch nit mer leiste kann.

Awer es gibt ja auch ständig neue Uffgabe, die Bund un Land de Kommune uffgebe. Beispielsweise die Ganztagsbetreuung für Schulkinner. Soll die Stadt bezahle, kriegt awer kein angemessene Ausgleich. Da kann isch auch Wohltate en masse verkünde, wenn se en annern bezahle muss. Nur gut, dass es sowieso kei Personal für die Betreuung gibt, da kann die Stadt auch niemand einstelle. Sonst würd die Grundsteuer womöglich uff 2000 Prozentpunkte erhöht.

So fahrn mir halt mit Steuererhöhung in de Urlaub. Bloß, wo willste hin? In die Türkei bein Erdogan? Odder in die USA, wo dich de Trump womöglich an de Grenz widder zurückschickt, weil dir Cola nit schmeckt? Odder nach Mallorca, wo se langsam die Touriste dick sin? Unner uns, wenn isch so manchen Ballermann- bzw. Mallorca-Hit hörn, da denk isch auch: „Na ja!“. Wenn diese dolle Titel nit von Besäufnisse handele, dann awer wenigstens von kindische Schlüpfrigkeite, thematisch zwische Kinnergarte un Realschulabschluß angesiedelt. Mir könne froh sein, dass die meiste Spanier kei Deutsch verstehe, sonst hätte se die Grenze für uns schon lang dicht gemacht.

Bleiwe mer halt daheim un genieße die Schönheite des Sommers, sprich: die diverse Bier- un Weingärte der hiesigen Vereine. Da kann mer auch Gott en gute Mann sein lasse. Un wenn mer ganz viel Glück hat, wird im Hinnergrund de neueste Ballermann-Knaller via Lautsprecher in die unschuldige Ohrn der arglose Besucher gepresst.

In diesem Sinne, schöne Sommertage!

Meine Verehrung

Ihne Ihrn Kunrad

Kunrad im Internet: dekunrad.de odder Facebook.com/dekunrad

Kunrad 233 Mai 2025 Grundsteuererhöhung, Sparn un Putin-Trump

Kunrad 233

Gude, die Herrschafte,

irgendwie möcht isch ja nit als nur üwer Negatives berichte, awer was willste mache?

Jetzt is in Rödermark die Suche nach Geld gestartet, die deshalb nötig is, weil de Kreis schlappe 4 Millione im Jahr mehr will. Wie mer hört, hatt´ de Kreis für gesetzliche Uffgabe, die ihm Bund un Land ufferlegt habbe, im letzte Jahr so viel mehr ausgebe müsse, dass fast nix mehr bleibt. Un dann kommt halt die Stadt un will die Grundsteuer um so 50 % erhöhe. Bedeutet für en Hausbesitzer meist mindestens 500 € jährlich mehr, uff Mieter komme dann 150-200 € zu. Deshalb war uff de Stadtverordneteversammlung letzt Woch mords was los. 150 Zuschauer! Awer beschlosse wurd nix, weil mer noch emal in sich gehe will, um zu gucke, wo mer was sparn kann.

Isch kann nur vom Stammtisch berichte. Da wird kritisiert, dass mer an de Trinkbrunneschul weitgehend entbehrliche Maßnahme einfach lasse sollt. Auch mit dem Feuerwehrhausneubau in Owreroure scheine viele nit einverstande zu sein. Die Neugestaltung vom Enteweiher-Park in Orwisch wird auch nit grad für dringend notwendig erachtet. Sehr oft erklingt dabei der Satz: „Wenn isch noch einmal was von Darmstädter Planungsbüros hörn, dann renn isch ins Rathaus un kreisch e Stunn vor misch hie!“

Mer sieht, dass dringend gebote is, dass de Magistrat mal de Bürger erklärt, warum was gemacht werde muss. Auch müsst dann erläutert werde, wieso mer an gewisse Projekte festhält. Sonst muss isch mer noch wochelang des Gebreebel anhörn.

Un Geld fehlt vielleicht, weil unser Land seit Neuestem eine militärische Großmacht werde will. Misch beschleicht mehr un mehr das Gefühl, dass de Putin die Ukraine auch deshalb üwerfalle hat, um uns dazu zu zwinge, sinnloses Geld für irgendwann vor sich hinrottende Waffe auszugebe. Dann bleibt nix mehr übrig für das, was de Westen stark gemacht hat: Bildung, Infrastruktur un Soziales. Da passt dann dazu, dass Russlands Vasall im weiße Haus genau diese Uffrüstung fordert. Un die von Russland in ganz Europa unnerstützte rechtsradikale Parteie plus BSW erzähle parallel dazu eine Lüge nach de annern un nutze hierfür die russische Desinformationsmaschinerie. Un alle Dummköpp Europas renne ihne hinnerher. Es is ja schon erschreckend, wenn du seriöse Berichte angucke musst, in dene die Verflechtunge zwische Trump un Russland beleucht´ werde. Also, so was kannst du ja gar nit erfinne!

Ja, alles erscheint schrecklich. Awer zur Beruhigung, irgendwie kommt so was immer mal vor. Die Kuba-Krise, de Reagan im weiße Haus, de Nato-Doppelbeschluss, Corona, die Zusammelegung von Orwisch un Oweroure (Spaß!), um nur Einiges zu nenne. Un immer sin mir gut aus dem Schlamassel gekomme. Ich halt es mit meiner Fraa, die letzt treffend formuliert hat: „Was reschste dich dann so uff. Wann einer nix ännern kann, dann du!“

Meine Verehrung

Ihne Ihrn Kunrad