Kunrad 187 Juli 2021 Immer widder Bahnüwergang un Rödermärker Kerbabsage

Kunrad 187

Gude, die Herrschafte,

Sie dürfe folgenlos behaupte, dass dem Kunrad nit zu traue is, weil er seine Verspreche nit hält. So hatt´ isch Ihne im November 2019 versproche, nie mehr über de Oweräirer Bahnüwergang zu schreibe. Un jetzt muss isch´s doch, auch wenn´s zum Heule is.
Die Stadt hat nämlich ein Verkehrsplaner namens Klaus Freudl beauftragt, der letztlich das bestätigt hat, was isch im November 2019 un etliche Male vorher schon geschriebe hab, nämlich, dass eine Unnerführung so gut wie unmöglich is.
Mit mir is der Gutachter der Meinung, dass eine Unnerführung des besagten Bahnüwergangs nit durchführbar is, da zahlreiche Straße quasi abgehängt wärn un ein Riesenbauwerk von 155 Meter Länge entstehe würd un eine Verkehrsbelastung in Nebenstraße die Folge wär. Nur irrt der werte Herr bei den Kosten des von der Stadt zu kaufende Grund und Bodens, EUR 750.000 für 12 Grundstücke lange da nit, da kann mer vielleicht vom fünffache dieses Betrags ausgehe, un dann wird´s auch noch eng. Wenn die Stadtverordnete nur mal mir gefolgt wärn. Mei Expertise hätt´ genau 70 Cent für´s Heimatblatt gekost´, wahrscheinlich war da de Gutachter Freudl e paar Cent teurer.

Gut, es is natürlich zu konstatiern, dass die Meinung von em alte Angeber wie mir, dem mer nit traue kann (siehe oben), nit grad Grundlage für Entscheidunge der Stadtrverordnete sein kann. Letztlich hat mer den Herrn Gutachter wohl gebraucht, damit es jetzt auch de Letzte kapiert hat: Eine Unnerführung geht nit!

Isch versprech Ihne awer in dieser Hinsicht gar nix mehr, weil mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit in e paar Jahr irgendeine Rödermärker Partei mit dem gleiche Blödsinn widder komme un uff Stimmefang gehe wird. Oh Bahnübergangsunnerführung, du verfolgst mich bis zum Ende aller Tage!

Genauso verfolgt mich anneres Schlimmes: Die Stadt hat die Kerbe schon widder abgesagt, obwohl das bekanntlich gar nit geht! Mir fällt da nur das bei allen Verwaltungen weltweit beliebte Motto ein: „Nix mache is immer einfacher!“ Diesmal hatt´s die Stadt so gedeichselt, dass sie de Vereine erlaubt, eigenständig Kerbveranstaltunge zu mache. Das wird großartig, wenn die Orwischer an de Hauptverkehrsstraß zum BSC un de Viktoria pilgern bzw. in Oweroure Germania, TG un TS ihr Biergärte öffne. Letztere allerdings maximal bis 22 Uhr, weil dann sich ja widder Bürger, die noch nie mit Tätigkeiten für´s Gemeinwohl aufgefalle sin, beschwern. Was awer überflüssig sein könnte, wenn schon vorher der wieder zu wählende Herr Landrat in vorauseilendem Gehorsam gegenüber der örtlichen Renitenz unter Unnerstützung der allgemein ebenso einschlägig bekannten wie gefürchteten Kreisbehörden alles so untersagt, dass eine Durchführung von vornherein sinnlos is. Das trostlose „Wem is die Kerb? De Behörde!“ muss verhindert werde. Mir müsse langsam die durch ständige Verbote verursachte Mutlosigkeit überwinde. Isch setze uff alle Orwischer un Oweräirer Kerbdesperados! Auf geht´s!

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Kunrad 186 Juni 2021 Pandemie Kultursommer un Kerbhoffnunge

Kunrad 186

Gude, die Herrschafte,

mir hoffe ja all, dass mer die Dreckspandemie langsam hinner uns habbe, währenddem immer neue Variante auftauche, die Lauterbach un Konsorte uff de Plan rufe. So hat mer immer das schleichende Gefühl in de Hirnrinde, dass mer die Seuche nie in de Griff kriege.

Gut, wenn mer die Fußball-EM betracht un die 55.000 Zuschauer in Budapest sieht, da meint mer, dass alles vorbei wär. Nur Ungarn – die habbe da ja so e mords Führungspersonal, dass das Vertraue in die Maßnahme vor Ort nit unbedingt im Bereich des Unermesslichen liegt.

Ungeachtet dessen legt die Kultur widder los. In Rödermark heißt das Kultursommer. Awer ähnliches gibt’s auch in Rodgau, Selljestadt odder Dietzebach, um nur einige zu nenne. Mir kommt das so vor, wie damals an Silvester 1999. Üwerall Veranstaltunge, um optimal ins neue Jahrtausend zu komme. Mei Fraa hat sellemals so viele unnerschiedliche Festivitäte herausgesucht, dass sie sich üwerhaupt nit entscheide konnt. Es End vom Lied: Mir habbe daheim herumgesesse un Fernseh geguckt. Da hat sich es neue Jahrtausend wahrscheinlich gedacht: „Bei so trübe Tasse muss isch mich auch nit anstrenge!“ Wo das hinführt, habbe mir ja jetzt schmerzlich erlebt.

Isch kann Ihne all somit nur zurufe: „Gehe Sie aus em Haus un unterstütze Sie die Kulturtreibende, Vereine un Gaststätte. Jetzt gilt´s!“ Die Kneipe, die morje zu macht, macht üwermorje garantiert nit mehr uff!

In diesem Zusammenhang bitte isch die Vereine un die Stadtverwaltung flehentlich, in diesem Jahr die Kerbe in Orwisch un Oweroure stattfinde zu lasse, wege mir nur im Freie odder mit feste Plätz in de Zelte – egal, Hauptsach, es geht widder los. Isch verspreche auch, dass isch vorbei guck un kräftig Umsatz mache.

Es müsse widder Zeite komme, die in Richtung „Oha, das kenn isch doch!“ gehe. So schlecht war das damals nämlich alles nit, wie mer rückblickend erstaunt feststelle kann.

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Kunrad 185 Mai 2021 Nachwuchs, Vogelzählung, Rodgaudomfreunde un Inzidenz unner 100

Kunrad 185

Gude, die Herrschafte,

„Die Zukunft leucht´ hell, isch brauch e Sonnebrill!“, könnt mer rufe anlässlich vieler guter Nachrichte. Nit nur, dass in de Bürgermeisterfamilie Rotter Nachwuchs eingetroffe is, Glückwunsch nachträglich dazu, is sehr positiv, auch anderes kann man nur unner „Es geht uffwärts!“ verbuche.
So hat de Nabu beim diesjährige Tag der Vogelvielfalt 85 unnerschiedliche Arte binnen 24 Stunde zähle könne un somit de Rekord von bisher 72 übertroffe. Aufgrund der geschlossenen Gaststätten is ausgeschlossen, dass die übliche „Vögel“, die mer in jeder Kneipe so trifft, in die Zählung miteingeflosse sin. Jedenfalls müsse mer uns all über jed Vogelart freue, die hier noch heimisch is.
Dann habbe sich jetzt die „Freunde des Rodgaudoms“ gegründet, die Geld zum Erhalt von St. Nazarius in Oweroure sammele. Auch die Orwischer sin bezüglich St. Gallus rührig. Beide Kirche müsse saniert werde, des kost Summe, dafür müsst e Oma ca. 24000 Tach ununterbroche stricke, wenn se pro Tach etwa 70 Euro erwirtschafte würd. Pro Kirche versteht sich. Es wird einem schwindelig!
Noch doller is allerdings, dass die Inzidenz (was immer das auch sein soll) bei uns unner 100 geht un deshalb die Außengastronomie widder öffne kann. Beim Niederschreiben dieser Zeilen war noch eher schlechtes Wetter, awer ich hoff, dass beim Lesen derselben bei Ihne Sonneschein is un mer widder Richtung Biergarte unnerwegs sein kann.
Unner uns: was isch in de letzt Zeit für e Gesicht gemacht hab, könne sie gar nit ermesse. Mei Fraa hat gesacht, isch würd aussehe wie es Leide Christi. Des kann die zwar gar nit wisse, weil se damals noch nit geborn war, awer isch hab schon nit mer in de Spiegel geguckt, so hab isch mich als erschrocke. Isch hatt Augehöhle wie de Klaus Kinski in de alte Edgar-Wallace-Filme un wollt schon frage: „Tee, Mylady?“ Grauslich! Un dauernd daheim mit Gattin, Tageszeitung un Fernsehprogramm, also mit de drei Pfeiler des Schreckens. Da kannst du schon aussehe wie die Satteltasch vom Fuzzy in de Western von gestern.
Isch wünsch uns daher all, dass jetzt es Wetter besser wird un mir raus könne in die Welt. Auf geht´s! “Die Zukunft leucht´hell, … Sonnebrill!“ (siehe oben).

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Kunrad 184 April 2021 Orwischer Glocke, Individualismus un Fassungslosigkeit

Kunrad 184

Gude, die Herrschafte,

der Uffreger der letzten Wochen war nit, dass CDU un AL/Grüne widder Koalitionsverhandlunge führe, sondern vielmehr der Orwischer Neubürger, der sich gege es Läute von de Glocke vom Kerschturm von St. Gallus wehrt.
Isch sach schon lang, dass es unser Gesellschaft geschafft hat, jedwedem Individuum maximale Rechte auf Kosten der Gemeinschaft einzuräume. Wenn mer sieht, wie irgendwelche Anwohner/inne Volksfeste, Konzerte oder sonstige Veranstaltunge zu Lasten Tausender lahm lege, kann einem nur es Heule komme. Unser Staatsgemeinschaft sollt langsam mal anfange, nit nur Rechte zu gewähren, sondern auch Pflichte einzufordern. Wie wär´s beispielsweise mal mit Toleranz?
Awer stattdesse habbe die besonders feine Herrschafte Hochkonjunktur. Sie ziehe aufs Land un wehrn sich gege de Gestank vom Bauernhof, sie ziehe nebe Kirche un wehrn sich gege Glocke, sie ziehe an die See un wehrn sich gege es Meer. Konnt ja keiner wisse, dass es Welle gibt un de ganze Kram so nass is! Das sin die Sorte, die sich kurz vor Mitternacht de Wecker stelle, damit sie de Glockenschlag nit verschlafe. Was ein Ärger, wenn mer sich nit ärgern kann!
Isch frag mich immer, was in so Mensche vorgeht, die die meiste ihrer Mitbürger nur als Plage ansehe. Isch möcht nit irgendwann sterbe, in der Gewißheit, dass sich mei Nachbarschaft darüber freut un uffatmet, dass isch endlich fort bin.
So könne einem solche Begebenheite im Zusammenhang mit den tagtäglichen Alpträumen nur noch depressiver mache. Dann liest du, dass im Freie nahezu keine Ansteckunge passiern könne un unser Volksvertreter auf diese erfreuliche wissenschaftliche Feststellunge so reagiern, dass mer sich draus noch weniger sehe darf. Ja, geht´s noch odder brummt de Apparat?
Ganz ehrlich, isch würd gern mit em Witz odder em dumme Spruch uffhörn, awer mir fällt wirklich nix mehr ein.

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Kunrad 183 März 2021 Kommunalwahl, gezapftes Bier un Impfneid

Kunrad 183

Gude, die Herrschafte,

die Kommunalwahl habbe mir hinner uns gebracht. Es gibt jetzt unnerschiedliche Möglichkeite, da die AL/Grüne hinzugewonne habbe: entweder die große Koalition mit CDU un AL/Grüne odder die CDU mit wem auch immer odder die AL/Grüne mit wem auch immer. So ein Durcheinanner is das Ergebnis, wenn mer nit wähle kann. Isch wage insoweit keine Prognose, was am End raus kommt. Egal, wer dann die Geschicke der Stadt in die Händ nimmt, große Gestaltungsmöglichkeite gibt es wie immer aufgrund klammer Kassen nicht.
Es gab awer dabei Leut, die partout keine Briefwahl mache wollte, mit dem Argument, dass mer dann, wenn ein Lokal schon emal uffmacht, nix wie hin muss. Un wenn es auch nur e Wahllolkal is. Daran sieht mer, wie weit mer komme sin. E Kommunalwahl is schon ein Highlight in dieser ereignisarme Krisezeit. Unner uns, isch weiß schon gar nit mehr, wann isch mein letztes gezapftes Bier getrunke hab. Bei uns is es nit nur zappenduster, sondern auch zapfhahnduster, un des is eine Steigerung gewaltiger Art! Beim letzte Mal, als isch so lang kein gezapftes Bier getrunke hab, war isch noch in de Volksschul!
Un dann gibt´s Persönlichkeite, die wolle uns erklärn, welche positive Aspekte so eine Pandemie hätt. Da liest du dann was von Entschleunigung un Brettspiele im Kreise der Lieben. Sind Sie mir nit bös, awer wenn jemand in dieser Zeit erklärt, es hätt jetzt vieles Positives in seinem Lebe gegebe, dann muss der meiner Meinung nach vorher ein schreckliches Dasein gefristet habbe. Wisse Sie, was bei mir in dieser Zeit besser is? Nix! Un isch bin so ehrlich un geb das auch zu.
Un noch eins! Jede/r, die/der geimpft is, kann wege mir alle Freiheite, die es gibt, zurückbekomme. Es is doch schrecklich, wenn Mensche allein wege der Mißgunst von Nichtgeimpfte weiter mit Einschränkunge lebe müsse. Un wenn die junge Leut vor mir geimpft werde würde, tät isch´s auch akzeptiern. Die leide doch am meiste!
Awer bei uns gibt´s Priorisierunge, an die sich zu halte is, un noch hunnert annern Vorschrifte. Ach, wenn doch nur Verordnunge auch krank werde könnte un in Quarantäne müsste, dann ging´s uns besser!

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Tachebuch 03.05.2021 (Kunrad 182)

Gude, die Herrschafte,

es gibt ja nix langweiligeres als die Nachrichte von gestern. So ähnlich is des beim Kunrad-Artikel 182 auch. Insbesondere weil die Kommunalwahl schon erum is.

Nehme se es als Chroniste-Pflicht, dass halt die Artikel jeweils nach der zweimonatigen Schamfrist hier erscheine. Aktuell sind sie immer nur im Neue Heimatblatt!

Awer es gibt auch Positives! Ausgerechnet de Dauerbremser Söder will Außegastronomie und Hotels in Kürze widder uffmache. Was is dann mit dem los? Hat er von einer neue Umfrage mit entsprechende Mehrheitswünsche gehört? Wahrscheinlich. Politik uff Zuruf? Womöglich. Is mir letzten Endes egal, Hauptsach, es gezappte Bier is widder in Reichweite!

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Kunrad 182 Februar 2021 Corona-Fastnacht un Kommunalwahl

Kunrad 182

Gude, die Herrschafte,

des war ja diesjahr e Fastnacht, die in Erinnerung bleibe wird. Nix Rathaussturm, nix Rosemontagszug, nix Kappeabend, nix Maskeball, awer dafür jede Menge schlechter Laune. Üwerall konntest du im Internet irgendwelche Sitzunge ohne Zuschauer mit Filmscher oder virtuelle Fastnachtszüg angucke. Gut, der Playmobil-Zug aus Offebach war goldig, awer ganz ehrlich, isch war noch nie so froh, dass endlich de Aschermittwoch angefange hat. Der passt wenigstens zu der Stimmung, die allenthalben herrscht. Zumal de Lauterbach sein Strumpf immer noch nit verlorn hat un ständig seine kaum erwünschte Mahnunge durch de Äther verbreitet. Lieb SPD, könnt er den nit ruhig stelle, bevor er euer Quote weiter total nach unne treibt?

Wie soll denn das bei de anstehende Kommunalwahl werde? Da kommt ja täglich neues Infomaterial an. Manches erscheint problematisch. Die Rödermärker CDU hat letzt e Heftsche verschickt, in dem die Kandidate ihr Lieblings-Kochrezepte bekannt gebe. Gut, das macht die Kandidate vielleicht bekannt un sympathisch, awer birgt natürlich auch es Risiko, dass annern Parteie hämisch rufe: „Viele Köche verderben den Brei“! Währenddesse rege sich die Freie Wähler uff, dass die AfD ihr Theme geklaut hätt. Da wär isch an dene ihrer Stell liewer ruhig gewese, als auf sowas hinzuweise un die noch wichtig zu mache.
Ansonste üwerall derselbe Kram: Ökologie, uff die Finanze achte, e liebenswertes Rödermark gestalte un die übliche Allgemeinplätze! Nur die CDU hat sich mit em Gewerbegebiet bei de Germania aus de Komfortzone herausgewagt. Ganz offe, mir brauche dort un auch sonst wo kein neue Supermarkt: Wenn die Fa. REWE meint, ihr Märkt müsste größer werde, is das ihr Problem. Die wärn schön bescheuert, wenn se die Goldgrub in Oweroure zu mache würde. Un der Markt langt! Fertisch, aus!

Schwieriger wird die Sach awer, wenn´s um Gewerbegebiete geht. Da habbe offenbar Firme schon Abwanderungsgedanke, wenn ihne kein Gelände zur Verfügung gestellt wird. Das is für die Stadt sehr schwierig. Letzten Endes müsse die Bürger entscheide, ob es solche Gebiete gebe soll odder nit. Im letztere Fall muss mer dann auch erheblich höhere gemeindliche Steuern in Kauf nehme. Beides wird nit gehe.
Des is ja die Sauerei! Dass nämlich den Gemeinden die Gewerbesteuer zusteht, un sie deshalb ihr eigenes Gelände verschandele müsse, um Einnahme zu habbe. Warum kriege die Gemeinde nit nur e paar Prozent von de Einkommenssteuer? Dann tät jeder versuche, sein Ort schöner zu mache, um viele Bürger anzulocke. Wär awer schlecht für die Industrie, die dann nit mehr die einzelne Gemeinde gegeneinanner ausspiele könnt, um am End jahrelang üwerhaupt keine Gewerbesteuer zu zahle. Frache se misch nit, was isch von solche Regelunge halt!
Es is also schwierig. Deshalb sin alle Dame un Herrn, die zur Kommunalwahl antrete un sich uff all diese komplizierte Arbeite einlasse, nur zu bewundern. Isch bin nit immer dene ihrer Meinung, weiß awer, dass mir diese engagierte Mensche dringend brauche. Deshalb: Gehe Sie wähle, damit die angehende Politikerinne un Politiker wisse, dass sie uns wichtig sin.

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Kunrad 181 Januar 2021 Corona-Silvester un Jubiläum

Kunrad 181

Gude, die Herrschafte,

vorab das wie üblich verspätete „Prost Neijoahr“!
Das war vielleicht ein Silvester! Keine Rakete, keine Feiern, sondern das traute Zuhause. Als ob mir davon nit wahrlich schon genug gehabt hätte. Isch hatt, ein Radaubruder erster Güte wie isch es nun einmal bin, anzündbare Wunderkerze angeschafft. Die hab isch Punkt O Uhr an Neujahr frech aus em Fenster gehalte un aufsteigende Rakete mit Pfeife, Krabumm- un Aaah-Rufe simuliert. Mein Nachbar hat nur mit de Schulter gezuckt un erklärt, er wüsst nit recht, ob er so einem Deppe wie mir e frohes neues Jahr wünsche sollt. Aufgrund gängiger Bestimmunge war das allerdings sowieso nit erlaubt, da war der Herr fein aus em Schneider. Jetzt is mein Nachbar awer ein Silvester-Böller-Fanatiker un durft diesjahr nit mit seine Rakete un Kracher die ganz Straß versaue. Isch hab em angesehe, wie sei Hand in de Hosetasch immer widder erfolglos es Feuerzeug gesucht hat. Er hat so e Zucke im Auge gehabt, wie als wenn er in de nächste Sekunde völlig durchdrehe würd. Isch es hab dann vorgezoge, es Fenster widder zuzumache, Sekt zu schlürfe un angetrunke irgendwelche von dene gefühlt dreizehn Dutzend Schlagershows an mir vorbeiflimmern zu lasse. Nüchtern unerträglich, awer so ging´s. Das war mein Silvester. Konnst du in de Pfeif rauche!

Es neue Jahr hat dann mit de übliche Querele angefange. Die Stadt hat Geld üwer, die freie Wähler meine, es müsst zurückgezahlt werde. Die Stadt will awer nit, weil wahrscheinlich noch schlimme Zeite käme. Isch jedenfalls will keine Zurückzahlung, sondern den einzigartige Moment genieße, in dem unser Rödermark emal Geld hat. Lang wird er nit sein!
Dann gab´s de übliche Hickhack wege de Orwischer Ortsumgehung, viele Vorschläg, die zeige, dass die Kommunalwahl in de Luft liegt. Da wird noch einiges auf uns zu komme!
So, zum Schluß noch der Hinweis in eigener Sache: De erste Kunrad is im Januar vor genau fünfzehn Jahrn erschiene. Mer glaabt es nit un kann nur rufe: „Kinner, wie die Zeit vergeht!“

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Kunrad 180 Dezember 2020 Rückblick, USA un Lockdown

Kunrad 180

Gude, die Herrschafte,

im Dezember is es üblich, dass isch das Jahr Revue passiern lasse. Eigentlich könnt isch schreibe: „Corona – Ausrufezeichen“. Fertig.
Awer es is trotzdem was geschehe in diesem Jahr. Ob Sie´s glaube odder nit, mir habbe 2020 Fastnacht gefeiert. Klingt wie en Bericht von em annern Stern. Auch habbe mir uns üwer e Grundsteuererhöhung ärgern müsse, konnte uns hinsichtlich des Rodauwanderwegs freue, üwer die Bauarbeite in de Bahnhofsstraß uffrege, üwer es neue Logo der Stadt ereifern, mit Freude feststelle, dass es geöffnete Biergärte, insbesondere bei de Vereine, un auch die Kerb gegebe hat, un durfte zur Kenntnis nehme, dass de Herr Trump sein Hut nemme musst.
Gut, letzteres is eigentlich für uns nit so wichtig. Grad bei de USA, da meine mir ja, ständig mitrede zu müsse. Warum eigentlich? Es gibt dutzende von Ländern, da wisse mir nit mal de Name von de Präsidentin oder em Premierminister odder wie die Sorte dort üwerhaupt heißt. Wahrscheinlich habbe mir die insgeheime Vorstellung, dass mir e Art Vasallenstaat von de Ami sin. Es schwappt ja auch aller Blödsinn von dort früher odder später zu uns rüber. Sieht mer am Football. Da sitze die junge Leut bis zum Morgegraue vorm Bildschirm, um die Washington Waschlappe gegen die Dallas Dollbohrer, die Kansas Kappebrüder odder die St.Louis Laumänner zu gucke. Isch glaub, die heiße zwar anners, awer irgendwie so ähnlich.
Awer letztlich is de Ausblick ernüchternd. Corona hat uns im Griff. Mir kann awer keiner die Überzeugung nehme, dass die Ansteckungsgefahr im Freie gering is un Weihnachtsmärkte insoweit hätte stattfinde könne. Jetzt muss awer die Regierung den Deppenfaktor berücksichtige, der sich in besonders bescheuertem Verhalte zeigt. Wahrscheinlich habbe sich die Verantwortliche gesacht, dass halt viele Leut nach em erste alkoholische Getränk anfange, Bussis zu verteile odder laut rum zu krakeele. Des mache die dann zuhaus in de Bud mit etliche Bekannte weiter, un schon habbe mir de Salat! De Deppenfaktor halt, un der is ja bei uns nit grad niedrig.
Folglich sin mir im Lockdown, wörtlich üwersetzt heißt das in etwa „runter sperren“, mir sin somit Runnergesperrte. Also dabbe mir vereinzelt durch die Pampa, passe uff, dass mir um neun Uhr abends daheim sin un genieße das während der Pandemie noch schlechter scheinende Fernsehprogramm. Un dann heißt es, dass Mensche, die allein Alkohol trinke, besonders gefährdet sin. Awer, was willste dann mache? Derfst ja keine Sau in die Wohnung lasse.
So hat jeder sein Pandemie-Päckchen zu trage. Dennoch is Advent, dennoch gibt es die Weihnacht, dennoch kann mer grad in dieser Zeit glücklich un dankbar sein für alles, was mer doch hat. Mir sitze nit hungernd un frierend im Freie un habbe Angst, dass bald die nächst Granate einschlägt. Es geht uns immer noch gut. Singe Sie doch emal e Weihnachtslied, mache Sie sich en Glühwein un sin froh! Isch wünsch Ihne, liebe Runnergesperrte, in diesem Sinne eine frohe Weihnacht un e gutes neues Jahr! Schlechter wie´s letzte wird das sicher nit. Un noch eins: Bleibe Sie so, wie sie werde wolle!

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Kunrad 179 November 2020 Advent, Pandemie un Wissenschaft

Kunrad 179

Gude, die Herrschafte,

isch grüße Sie im Lockdown und wünsche frohe Adventszeit! Klingt irgendwie bitter. Mer merkt ja, dass die Leut immer mehr am Rad drehe un mir all bald an unsere Grenze komme.
Wenn allerdings ständig an de Wissenschaft herumgemäkelt wird, dass heut dies un morje das gesagt werde würd, dann muss isch da doch emal den Wissenschafler/innen beistehe. Mir habbe wahrscheinlich zu viele Filme gesehe. Wenn es da eine Pandemie gibt, dann hetze die Filmhelde herum, während die Infizierte in größter Gefahr schwebe. Dann wird en Aff gefange odder en Infizierte mit Antigene gefunne un e halb Stund später is die Krise im Griff. Die Betroffene werde geimpft, alles is gut un die Schlußmusik kommt.
Im richtige Lebe is dies awer ganz anners. Da habbe mir ein völlig unbekanntes Virus un die Wissenschaft versucht weltweit, des zu verstehe. Dann werde Hypothese uffgestellt un widder verworfe. Dann gibt es Zwischenergebnisse, die aufgrund Drucks der Presse un der Politik veröffentlicht werde, awer manchmal nach wenige Tach un neue Erkenntnisse widerlegt sin. Das is awer genau die wissenschaftliche Arbeit, dass mer tausend offene Ende hat un nur eines zu dem entscheidende Ergebnis führt. Dass also die Erkenntnisse hin- und hergehe, is genau das, was die Arbeit der Fachleut ausmacht. Un dass oftmals in kürzester Zeit ständig Neues kommt, liegt daran, dass noch nie in der Geschichte der Menschheit derart intensiv bezüglich einer Krankheit geforscht worde is. Deshalb freue Sie sich bitte, wenn ständig neue Ergebnisse uff de Tisch komme. Das zeigt nämlich, dass die Wissenschaft dran is, immer mehr Irrtümer zu beseitige un letztendlich zu richtige Resultate komme wird. Dass des so lang dauert, is nit zu ännern, das muss auch so e Ungeduld wie isch aushalte!
Wie´s auch die nächste Woche komme wird, denke Sie an die viele Leut, die für uns arbeite. Un strecke Sie dene Idiote, díe von de Weltverschwörung vom Bill Gates fasele, die Zung raus. Isch hab nämlich en Schulkolleg, der arbeitet für die Bill Gates-Stiftung. Der fährt in de ganz Welt rum un prüft, ob all die Spendegelder richtig verwandt werde. Un das, was da gemacht wird, is aller Ehren wert un hat mit Verschwörung un lauter so einem hirnrissige Mist nit es geringste zu tue.
In dem Sinne: Lasse Sie sich im Advent die Plätzjer, de Glühwein un es Bockbier schmecke, die bessere Zeite sin uff em Weg zu uns!

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