Kunrad 195 März 2022 Impf-Nebewirkunge

Kunrad 195

Gude, die Herrschafte,

es wird ja immer davon gesproche, dass so e Corona-Impfung auch Nebewirkunge habbe kann. Un so langsam, awer sicher bin isch der Meinung, dass solche unangenehme Folge bei mir vorhande sin.

Schon nach de erst Impfung hatt isch so e Art Halluzinatione. Da hab isch Leut gesehe, die hatte Plakate mit der Uffschrift, dass bei einer Impfung de Bill Gates Nanopartikel in uns nei schaffe würd, un dann wärn wir wie ferngesteuert. Annere habe ähnliche Unsinn behaupt, wie in fünf Jahr würde alle Geimpfte sterbe oder durch es 5G-Netz sei de Virus verbreitet worde, um die Bevölkerung zu kontrolliern. Uff sowas kann kein normaler Mensch komme, das muss e Wahrnehmungsstörung von mir gewese sein.
Dann war isch in der Stadt, da hatt isch zusätzlich Verfolgungswahn. Üwerall sin so komische Leut mit Schilder durch die Gegend marschiert, habbe sich wie Verfolgte des Nationalsozialismus gefühlt un nach Freiheit verlangt. Dabei zeigt sich doch die Freiheit schon dadurch, dass sie mit solche Parole ungestraft protestiern dürfe. So eine abgedrehte, völlig absurde Szenerie hatt isch mir vorher noch nie eingebildt.

Irgendwann nach Impfung zwei wurde die Wahnvorstellunge so stark, dass isch plötzlich Demonstrante auch in kleinste Ortschafte gesehe hab. Die habbe behaupt, sie wärn Querdenker un würde spaziern gehn, habbe awer Gesichter gemacht, als hätte se dazu üwerhaupt keine Lust. Es wurd immer verrückter.

Nach de Booster-Impfung kam auch noch ein Mann an einem lange weiße Tisch dazu, der Sache zur russisch Geschichte erzählt hat, die so abstrus warn, dass ich dacht, das wär e Sendung aus einer geschlossene Anstalt. Dann betrate Leut die Szenerie, die behauptete, sie wärn Minister, sich awer nit getraut habbe, dem Wirrkopp an de Stirnseit zu widerspreche. Dann hab isch plötzlich Alpträume üwer Bombe un schreckliche Szene gehabt. Un da wußt isch, jetzt habbe mich die Impf-Nebewirkunge vollends im Griff, denn das, was isch da alles gesehe hab, das kann unmöglich die Realität sein. Oder?
Bitte helfe Sie mir!

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Kunrad 194 Februar 2022 Lockerunge

Kunrad 194

Gude, die Herrschafte,

jetzt mache mir uns awer mal ganz locker, rolle mit de Schulter üwers Rückgrat un schlenkern mit de Beine in alle Himmelsrichtunge un schließlich so hoch nuff, wie´s geht.
Warum das Ganze? Ei, weil unsere Damen und Herrn, die unner einer Kuppel in einem Saal in Berlin zu tagen pflege, erklärt habbe, jetzt würd zügig gelockert. Da Sie genau wie ich wisse, was von solch vollmundige Botschafte zu halte is, fange mir liewer selbst mim Lockern an un verlasse uns nicht uff zweifelhafte Ankündigunge. Wenn isch von de Regierung schon hörn, dass bis zum 20. März nahezu alle Regelunge im Zusammenhang mit der Dreckspandemie uffgehobe würde, dann guck isch genauer hin un sehe dann das „es sei denn,…“. Hörn Se mer uff. Dieses „es sei denn,…“ geht mir jetzt schon zwei Jahrn uff de Keks
Un wie sie dann lockern! Zum 20. März, Mitte in de Fastenzeit, wo eh nix gebote is. Könnt mer denke, dass spätestens am Ostersamstag, wo mir los lege könnte, nur Betätigunge im Freie erlaubt sin, was wahrscheinlich bei schönem Wetter eingeschränkt wird. Wisse Sie was, Entschuldigung, awer so langsam is mir grad egal, was die da oben für Maßnahme für sinnvoll halte. Isch mein, die Politik rennt von Talkshow zu Talkshow un von Sitzung zu Sitzung, bei dene is alles wie immer. Bloß mir Deppe führ´n schon seit zwei Jahr e Lebe wie die Mönche im abgeschiedene Bergkloster, nur halt ohne Mitbrüder. Alles, was Spaß macht, macht angeblich krank. Isch denk, langsam werd isch krank, da brauch isch gar kei Pandemie mehr. Üwerall Resignation un Fatalismus. „Wer weiß, ob´s üwerhaupt jemals widder e Fassnacht gibt!“, hat letzt einer an de Thek vor sich hin lamentiert. Un isch hab weinerlich „Un e Kerb!“ hinzugefügt. Ei, mir war´n so fertisch, mir musste erst emal en Schnaps trinke. Un das sagt einiges!
Un dann les isch, dass unser Gewerbeleut ein Frühlingsmarkt veranstalte, un zwar am Wochenende nach em 20. März, awer mit Corona-Regele, die es dann ja gar nit mehr gebe soll, awer mit de Möglichkeit, zu reagiern, falls es was Neues gibt. Jetzt könnt mer sache, dass das Blödsinn is, awer, wenn isch Gewerbetreibender wär, würd isch´s grad genauso mache. Das zeigt, dass unser Vertraue in die Politik nit mehr gar so groß is. Dazu braucht es keine Verquerdenker, das kriege unser Politiker schon ganz allein hin.
Un für de Herbst werde erneut Maßnahme angekündigt, weil niemand in der Lage is, eine Impfpflicht durchzusetze, die uns womöglich mal widder ein normales Lebe bringe könnt. Nein, da hat mer dann doch zu viel Angst vor 20% der Bevölkerung. Da sperre mer lieber die annern 80% Blöde widder ein. Isch weiß ja auch nit mehr, ob die Impferei was bringt, awer es wär schön, wenn in de Politik mal widder Entscheidunge getroffe würde. Des Geschwafel von de Überlegunge in de Gremien un Ausschüsse kann isch nit mehr hörn. Isch akzepztier auch jede Regelung ohne Impfpflicht, wenn mir endlich e Restjahr ohne Lockdown bekomme.
Isch tät Ihne jetzt gern e schöne Fastnachtszeit wünsche, awer das macht ja kein Sinn, liewer mach isch mich gaaanz locker (siehe oben).

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Kunrad 193 Januar 2022 Rödermark Schlagerstadt

Kunrad 193

Gude, die Herrschafte,

zunächst emal e gutes, neues Jahr mit möglichst wenig Krankheite, wie immer sie auch heiße möge! Un mit möglichst wenig Brennpunkte odder sonstige Sendunge voller Katastrophe!
So, widme mer uns nun awer den wirklich weltbewegende Theme. Es wurd ja nur so nebenbei e Nachricht weitergegebe, die awer sowas von wichtiger Bedeutung war: Helene Fischer hat um die Weihnachte e Tochter geborn. Sie rätsele…, awer natürlich is des wichtig! Was viele nit wissen, is nämlich, dass die Oma väterlicherseits eine geborene Oweräirern is. Somit hat des Kind von de Frau Fischer zu 1/4 Rödermärker Gene, un des is doch was, odder?
Wenn Sie jetzt zusätzlich bedenke, dass es bekannteste Lied von de Helene „Atemlos“ von de Kristina Bach geschriebe worde is, wird´s noch doller. Jene Kristina Bach hat nämlich in Orwisch gelebt. Langsam wird en Schuh draus. Un bei der Frau Bach hat, so wurd jedenfalls am Stammtisch berichtet, die Michelle gewohnt, auch so ein Schlager-Star. Wenn Sie sache: „Da muss irgendwo e Nest sei!“, liege Sie nit falsch.
Des hat ja schon in de Sechziger mim Bernd „Das kannst du mir nicht verbieten“ Spier angefange, der in de Hoabach, also Waldacker gewohnt hat. De Graham Bonney hat´s auch nach Rödermark verschlage. Näheres findt mer in de Anale allerdings nit, awer isch hab en selbst gesehe. Wenn mer genauer unnersuche würd, würd mer wahrscheinlich noch mehr solche Persönlichkeite finde. Die Gina-Lisa hilft da allerdings nit weiter, die singt nämlich nit, jedenfalls noch nit.
Un dann, des muss mer auch in die Waagschal werfe, kame zu de Rödermärker Zeltfeste ja auch die ganze Schlagergröße: de Heino, de Roberto Blanco, die Tina York, die sich partout es Singe nit hat verbiete lasse, de Tony Marshall, die Münchner Freiheit, de Michael Holm, de Chris Roberts un, un, un… All warn se da! Was mir mitgemacht habbe!
Letztlich steht somit fest, dass de deutsche Schlager in seiner jetzigen Form ohne Rödermark ein anderer wär. Un des muss bekannt gemacht werde! Wenn sich Seljestadt als Einhardsstadt un Darmstadt als Wissenschaftsstadt bezeichne darf, dann sollte mir an unser Ortsschild „Rödermark -Keimzelle des deutschen Schlagers“ anbringe. Herr Rotter, übernehmen Sie!

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Kunrad 192 Dezember 2021 Drecksjahr, Jahresrückblick, Querdenker un gute Wünsche

Kunrad 192

Gude, die Herrschafte,

„Schon widder so e Drecksjahr!“, könnt isch rufe. „Meine Herrn, pardon, meine Herrinne un Herrn, muss es ja heut heiße, wird das dann gar nit besser!“ Die Adventsmärkt im Ort wurde ja auch abgesagt. De Chef-Aerosol-Forscher hat das für blanke Unsinn gehalte, weil sich im Freie niemand ansteckt un die Leut von de kleine Orte dann halt in de Zug steige, um zu de Weihnachtsmärkt in die Stadt zu fahrn, was tausend Mal gefährlicher is. Un dann es Nächste: Die Fastnacht sage mir ja schon gewohnheitsmäßig ab, das überrascht auch keins mehr. So segele mir halt im Trübe von Welle zu Welle.

Was aber nach wie vor alles so schwierig macht, sin die kaum verstehbare Regelunge. Da kannst du im Supermarkt mit tausend Ungeimpfte deiner Daseinsvorsorge mit eingebautem Kaufrausch nachgehe, während in de Alte Oper nur 500 zweifach Geimpfte mit Test, Maske, Abstand un Konzept sitze dürfe. Wie immer in unserer spätkapitalistischen Welt geht Konsum vor Kultur. Es is dabei awer doch nit überraschend, dass sich die Menschheit bei so unnachvollziehbare Regelunge genauso unnachvollziehbar verhält. So lass isch mich jetzt boostern, obwohl keiner weiß, ob des bei Omicron besser hilft als bei Mariacron.

 

So Gedanke hindern mich daran, ein vernünftige Jahresrückblick zu mache. Es gab e Kommunalwahl (Was? War des tatsächlich des Jahr?), dann habbe sich CDU un AL/Grüne widder zusammen gerauft, die Außengastronomie durft im Mai widder uffmache, dann habbe die Rödermärker Kerb gefeiert (komisch die Zahle sin nit explodiert – war halt im Feie – siehe oben), dann gab´s e Bundestagswahl un dann Diskussione um Impfverweigerer un neue Variante. Mehr war´s nit!

Eins noch dazu: Der Begriff Querdenker wird völlig falsch benutzt. Querdenke is kreatives Denke! Ein Querdenker is jemand, der im Rahmen der Wissenschaft un des gesunden Menschenverstandes Lösunge erarbeitet, die nit offensichtlich sin, awer nach vorn führn. Die bei uns als Querdenker Bezeichnete tun das nit. Sie bewege sich oftmals außerhalb der Naturgesetze un innerhalb absurder Verschwörungstheorie. Das sin keine Querdenker, das sin Verquerdenker! Das musst emal gesacht werde.

So, jetzt halt isch mir vor Auge, dass es keine/r von uns leicht hat, versuch alles zu verstehe un irgendwie zu akzeptiern, wobei mir ein Glühwein, den isch mir jetzt mache, entscheidend helfe wird. Isch guck uff die vier brennende Kerze von meim Adventskranz un wünsch Ihne alle, ob geimpft odder nit, viel Glück, noch mehr Gesundheit, ein schönes Weihnachtsfest un ein gutes, irgendwann pandemiefreies, neues Jahr. Bleibe Sie so, wie Sie werde wolle!

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Kunrad 191 November 2021 Die letzte Pfarrer, die bleede Mensche un es Knoddele

Kunrad 191

Gude, die Herrschafte,

die Situation bei de Rödermärker Katholike is ernst. Oweroure hat sein letzte Pfarrer mit Elmar Jung verlorn. Das Amt wird vom Orwischer Pfarrer Klaus Gaebler mitgemacht. Der wiederum dürfte dann de letzte katholische Pfarrer Rödermarks werde. Da rotiert wahrscheinlich manch erzkatholischer Ahn in seiner Gruft. Es bleibt dann bei uns nur noch de Gang zu de Evangelische, wenn mer einen Rödermärker Pfarrer sehe will. Ein Durchschnittskatholik dürfte sowieso die Meinung vertrete, dass der ganze Klimbatsch mit Zölibat un Ausschluss der Fraue vom Priesteramt uff de Müllhaufe der Geschichte gehört. Awer solang sich da nix ändert, is es halt Essig.

Isch hab dabei sowieso zunehmend es Gefühl, dass so kirchliche Theme wie Rücksicht auf den Nächsten oder auf Kranke nicht mehr im Mittelpunkt stehe, siehe aktuell… ach Sie wisse schon! Der Mensch is halt ein Depp un macht sich die Welt, wie´s ihm grad passt. Angenomme, Sie verschulde ein Verkehrsunfall. Am Anfang wisse Sie ganz genau, dass Sie schuld sin. Awer dann fange Sie an, nachzudenke, un dann is de anner ja auch nit so gefahrn, wie mer´s soll, die Sonn stand zu tief, des Auto is falsch konstruiert, die Zeuge habbe alles falsch wahrgenomme usw. Das geht dann solang bis Sie wisse, Sie warn´s gar nit. Bis zum Schluss die Katastrophe da is, nämlich es Urteil, das das ausspricht, was Sie von Anfang an sowieso gewusst habbe. So is des auch bei annerem. Als Corona kam, hatt mer des akzeptiert. „Is ja nur e Gripp!“ Dann kame die Maske. „Owei isch muss was mache, was mir nit passt.“ Also gab´s bei manchem kein Corona mehr. Als mer´s dann nicht mehr wegdiskutiern konnt, warn die Maßnahme zu hart un jetzt sin mir beim „Mit mir nit, weil dorim!“ Also der Verweigerung aus Starrsinn nahe dem Irrsinn. Un dann is halt die Katastrophe im Anmarsch!

So wird das mit de Klimakrise genauso. Erst gab´s die nit, dann musst sie aufgrund unwiderlegbarer Fakte akzeptier werde, dann hab isch Nachteile, dann gibt es sie widder nit, dann sin die Maßnahme zu hart, dann kommt es „Mit mir nit, weil dorim!“, also die Verweigerung aus Starrsinn nahe dem Irrsinn. Un dann kommt halt die Katstrophe.

Mache mir uns kein vor, mir sin all e bißje in der Richtung, die eine mehr, die annern weniger. Kurz zusammengefasst in meinem folgenden Gedicht: „De Welt es besser gehe deht, wär de Mensch halt nit so bleed!“

Awer es gibt auch Positives: Unentwegte in Stadtverwaltung un Vereine wolle an Adventsmärkt un Fastnacht festhalte, solang es irgend geht. Das is doch emal was. Vielleicht gebe mir besser die Hoffnung nit uff un knoddele weiter. Isch wünsch jedenfalls in diesem Sinne en schöne Advent trotz allem!

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Tachebuch 26.01.2022 (FFH Ortsfrieden)

Gude, die Herrschafte,

drei Tach war Rödermark im Radio präsent un Medienthema, wie sich´s auch gehört. Un jetz auch noch im Fernseher bei RTL, wie Sie unne bzw. unner „Dokumente“ sehe könne. Un was im Fernseh is, is wahr, odder?

Isch hab gehört, die vom FFH hätte auch noch Geld dagelasse für e Friedensfeier in bessere Zeite. Wahrscheinlich hat des de Borjemoaster. Bitte nit vergesse! Wenn`s dann was für nix gibt, sollt mer vielleicht emal vorbeigucke.

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Ihne Ihrn Kunrad

 

Kunrad 190 Oktober 2021 Beim Italiener

Kunrad 190

Gude, die Herschafte,

isch will heut mal nit uff die gängige Probleme mit Epidemien, Ampel-Koalitione im Bund odder wiedergewählte Landrät eingehe, sondern darauf hinweise, dass wir langsam in Gang komme müsse. Da muss mer auch emal widder en Spaß mache dürfe.

Isch hab damit angefange, letzt wie isch mit meiner Fraa beim Italiener war. Da hab isch mer gedacht, jetzt mach isch emal e Witzje. Fragt mich der Kellner, was isch trinke möcht, hab isch geantwort: „Eine Kanne Loni!“ E Witzje halt! Wenn Sie verstehe, Kanne Loni is also quasi Cannelloni, was mer esse kann, haha. Mei Fraa hat nur die Auge verrollt. De Kellner awer hat mich fragend angeguckt un gesacht: „Es tut mir leid, ein Getränk mit Namen Loni führen wir nicht. Und Kannen werden üblicherweise in der Milchwirtschaft eingesetzt, nicht aber in unserem Etablissement!“ Oha, bin isch ausgerechnet an ein Spaßvogel gerate, ein deutscher Kellner beim Italiener! Der hat mir grad noch gefehlt! Hab isch gedacht: „Sei nur froh, dass mein Nachbar nit debei is, der hätt jetzt nämlich e „Pizza Hausmacher“ bestellt, un bei einer Antwort, dass es die nit gäb, mit Sicherheit eine „Pizza Salmonella“ geordert.“ Gut, mei Fraa sacht zu solche Äußerunge vom meim Nachbar hinnerher immer, dass es nur zwei Volldeppe uff de Welt gäb, die üwer so ein arme Kram lache könnte, nämlich de Nachbar un der ähnlich gestrickte Mann, mit dem sie verheerender Weise in eim Bett schlafe müsst. Dann guckt sie mich von unne in einer Art fragend an, die nur eine Deutung zulässt: „Wieso hab isch den Simbel bloß geheiert?“
Egal, awer jetzt in diesem Zusammenhang mal ein Tipp für Sie. Wenn Sie in einer Pizzeria sitze un die einfachst Pizza kost mehr als 10 Euro, sin Sie bei einem Nobelitaliener gelandt. Meist versteht mer da die Speisekarte schon nit. De größte Fehler, den Sie da mache könne, is, die Bedienung in ihrer Not zu frage, was sie heut empfehle könnt. Da kommt dann e Antwort erausgeschosse, wo Sie noch weniger verstehe. Dann sache Sie, weil Sie sich nit blamiern un nachfrage wolle, auf keinen Fall: „Gut, das nemm isch!“. Sonst kriege Sie nämlich einen Fisch unbekannter Art, e Flasch Weißwoi un die Gewißheit, dass Sie am nächste Tach zum Geldabhebe uff die Bank müsse. Dazu gibt´s e Gabel un e Gerätschaft, die weder Messer noch Löffel, sondern irgendwas dazwische is. Der Ruf nach einer Gebrauchsanweisung is sinnlos, die gibt´s nit. Un wenn Sie dann anfange, in unfachmännischer Art den Fisch zu drangsaliern, sin die Gräte im Hals sicher. Deshalb bestellt mer in solch ausweglos scheinende Situatione e Pizza Salami un gut is. Auch wenn Sie der Kellner noch so herablassend anguckt, der muss es ja nit esse! Also beachte Sie das, dann kann nix schiefgehe.

Abschließend noch was ganz anners: Die weihnachtliche Märkte in Rödermark solle stattfinde. Es steht zu hoffe, dass des kein Witzje is.

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Kunrad 189 September 2021 Wahle, Kerbe, Impfunge

Kunrad 189

Gude, die Herrschafte,

leider wurden diese Zeilen vor de Bundestagswahl oder wichtiger noch: de Oweräirer Kerb uffs Papier gebracht.
So konnt isch Ihne keine Wahlempfehlung mit in die Kabine gebbe, was vielleicht auch besser war. Früher war´s einfach. Da gab´s hier nur die DKP, also die deutsche katholische Partei, awer von dene hört mer ja auch nix mehr. So habbe Sie dann vermutlich vor sich hin gewählt un es Ergebnis wird wahrscheinlich ein einziges Durcheinanner mit Koalitionsprobleme un monatelangem Verhandele sei. Die Merkel wird wohl noch die Neujahrsansprache halte.
Wer de neue Landrat is, weiß isch in diesem Moment auch nit. Wenn´s de alte bleibt, dann auch deshalb, weil mer monatelang keine negative Schlagzeile bezüglich der unneren Naturschutz un annerer Kreisbehörde gelese hat. Geht doch! Auch hat mer de Herr Landrat Quilling in de letzte Woche uff gefühlt hunnert Fotos von Einweihunge un Veranstaltunge aller Art gesehe. Der war wahrscheinlich lang nit in seim Dienstzimmer. Gut, des macht jeder Amtsinhaber so un is deshalb kaum zu beanstande.
Schön war, um zu was ganz Annerem zu komme, natürlich, dass an de Orwischer Kerb bei Viktoria un offener Arbeit was los war. Das hat mich sehr gefreut. Isch geh davon aus, dass auch bei de Kerb in Oweroure in de Kneipe, bei Après-Ski-Komitee, Germania, Kerbverein un TS zahlreiche Besucher warn. Vielleicht mehr davon beim nächste Mal, wo es dann womöglich darum geht, Weihnachtsmärkte in Rödermark zu fordern. Isch warne schon mal vor.
Noch was zum blöden Dauerthema. Mir dürfe Leut, die sich nit impfe lasse wolle, nit ausgrenze, mir müsse mit ihne rede. Gucke se mal, jeder von uns hat e paar Ansichte, die mer im Grund genomme vergesse kann. Wenn mer jeden Zeitgenosse, dessen Meinung grad nit passt, an de Pranger stelle würde, wär isch wahrscheinlich beizeit dort, awer Sie, liebe Leserinne un Leser, auch! Bedenke Sie bitte, dass die Desinformationsabteilunge von China un Russland ständig Falschinformatione ins Internet jage, nur um unsere Gesellschaft zu spalte. Das war bei de Pandemie so un wird demnächst mit tausende frei erfundene Nachrichte zum Klimawandel weitergehe. Dene sollte mer langsam nit mer uff de Leim gehe. In de USA habbe se ja schon viel erreicht. So blöd sollte mir dann doch nit sein.
Isch will auch noch zu bedenke gebe, dass es nächst Jahr im Sommer nur 3G gebe wird: Genesene, Geimpfte un Gestorbene. Ich bete darum, dass der Anteil an letzter Gruppe verschwindend gering sein wird. Awer wenn mer weiter so e niedrig Impfquote habbe, könne mer viele Veranstaltunge, insbesondere an Fastnacht, nur mit Genesene un Geimpfte odder gar nit mache. Wie schön wär´s, wenn sich doch noch manche, auch wenn nit unbedingt überzeugt, impfe lasse würde. Macht´s nit für euch, sondern für uns all! Damit dieser Alptraum endlich vorbei is. Dann hätte mir en goldene Herbst un en veranstaltungsreiche Winter vor uns!
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Kunrad 188 August 2021 Kerbdesperados un Klimawandel

Kunrad 188

Gude, die Herrschafte,

zunächst ein großes Lob an die Kerbdesperados Rödermark, die entgege den Aussagen der Stadt, dass die Kerb abgesagt is, nun doch die Kerb feiern. Vorab die Viktoria in Orwisch die eine Waldkerb von Freitag bis Sonntag veranstaltet. Dafür wird ein sogenannter Shuttle-Service eingerichtet, sprich: du wirst hingefahrn un zurückgebracht.
In Oweroure wird die Germania ihrn Biergarte an Kerb offe habbe, de Kerbverein is im Dinjerhof, es Apres-Ski-Komitee womöglich im Pfarrgarte un die TS an ihrer Hall. So is es richtig!
Fragt sich nur, ob diese Planunge in die Realität umgesetzt werde könne, weil ja unser Behörde sehr gern Auflage mache, die nur bedingt mit de Vorgabe der Landesregierung in Einklang zu bringe sind. Meine Bitte an Stadtverwaltung un Landratsamt: Prüft wohlwollend! Im Übrige is ja am 26. 9. Landratswahl, da kann mer gegebenenfalls seinen Kommentar unmittelbar abgebe.

Ansonste habbe mir ein Sommer, der eher herbstlich is, un es regnet dauernd emal. War früher so üblich un üwer Jahre so schlimm, dass sogar de Rudi Carell gesunge hat :“Wann wird´s mal wieder richtig Sommer“. Wenn mer früher mit de Bauern im strahlendste Sonneschein uffs Feld gefahrn is, hatt´ sich jeder beeilt, vorm späte Nachmittag fertisch zu sein, weil da war regelmäßig Gewitter. Früher gab´s auch weniger Biergärte, weil sich des bei dem Mistwetter gar nit gelohnt hätt. Wenn jetzt also einer anfängt un erklärt, den Klimawandel gäb´s angesichts dieses Sommers gar nit, dann hatt der keine Ahnung von dem, was früher war. Die heiße Sommer, die bei uns fast schon normal sin, gab´s damals so gut wie nie.
Ein Tipp aus de Wertschaft! Ein Thekensteher gab bekannt, er kämpfe durch die Herstellung von Eiswürfeln un das Kaltstellen seiner Getränke gege die Erderwärmung. Damit würd er entscheidend zur Abkühlung beitrage. Isch hab en dann gefracht, wie dann der Strom für´s Kühle gemacht würd, da tät ja meist auch Erhebliches abgebrannt werde. Sacht er, dass er des wüßt, awer mer könnt ja mit Strom auch Wasser warm mache, un des wär die größt Klimasünde. Wenn alle Mensche kei Supp mehr warmmache, sondern nur noch Getränke kühle würde, wär´s um uns all besser bestellt. Diese Logik war so zwingend, dass isch mir ganz schnell en Schnaps bestelle musst, sonst hätt isch´s nit ausgehalte.
Isch will nur hoffe, dass de Rest der Menschheit ein wenig bessere Ideen hat, damit mir auch des irgendwie üwerstehe. Un gehe Sie uff die Kerb, damit Sie uff annern Gedanke komme als isch.

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